Leader-Projekt

Lebensqualität am Wilden Kaiser

2017 haben der Tourismusverband Wilder Kaiser und die vier Gemeinden Ellmau, Going, Scheffau und Söll den Bürgerbeteiligungsprozess „Lebensqualität am Wilden Kaiser“ gestartet.

Es gab mehrere Auslöser für das Projekt:

  • Große Nächtigungszuwächse im Sommer führten zu mehr (gefühltem) Druck und Belastung
  • Fehlende Strategie für den Umgang mit Widmungsanfragen externer Hotelbetreiber
  • Fehlende Alternative zur aktuellen Wachstumsstrategie (begrenzte Ressourcen Grund & Boden sowie Arbeitskräfte)
  • Definition touristischen Erfolgs einer Region jenseits von Übernachtungen und Umsatz

Mit mehreren Workshops, zwei offenen Diskussionsforen, zahlreichen Dialogabenden zu verschiedenen Themen und einer Online-Befragung wurde die heimische Bevölkerung mit einbezogen. Gemeinsam wurde erarbeitet, wie sich am Wilden Kaiser der Wirtschaftszweig Tourismus achtsam, zeitgemäß, qualitätsvoll und mit Rücksicht auf die Einheimischen weiterentwickeln lässt.

Impressionen des Bürger-Beteiligungsprozess 2017-2019

Vier Kernthemen

Im Projektzeitraum wurden vier Kernthemen erarbeitet, an deren Weiterentwicklung und Umsetzung seither gearbeitet wird.

Thema Inhalt
Nachhaltiger Qualitätstourismus durch Stärkung regionaler Kooperationen Das Zusammenspiel von Landwirtschaft und Tourismus steht hier im Vordergrund.
Sensibilisierung für eine intakte Umwelt und schonender Umgang mit unseren Ressourcen Ein Bewusstsein für den Wert der Natur und die Knappheit wertvoller Ressourcen soll vermittelt werden.
Der Jugend Perspektiven in der Heimat geben und leistbares Wohnen ermöglichen Die nächste Generation soll bei der Existenzgründung vor Ort unterstützt werden.
Stellenwert und Rahmenbedingungen touristischer Arbeitsplätze verbessern Die Attraktivierung touristischer Arbeitsplätze für Einheimische und Saisonmitarbeiter steht im Focus.
Lebensqualität am Wilden Kaiser
Lebensqualität am Wilden Kaiser

BLOG | Teresa Kohl

Was ist Heimat für dich? Hast du dich das schon einmal gefragt? Für mich ist das ein Gefühl vermischt mit Erinnerungen, wenn das Gras, auf dem ich barfuß gehe, meine Zehen kitzelt, die Haut gebräunt von der Sommersonne, nach brauner Erde duftend und ich das Rauschen der Blätter unbewusst vernehme...

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Ziele und Erkenntnisse

Basierend auf den folgenden erarbeiteten Zielen und Erkenntnissen wird das Projekt Lebensqualität am Wilden Kaiser weiter vorangetrieben.

Die vier Ziele

  • Einheimische für die Branche Tourismus begeistern: Tourismusgesinnung und –bewusstsein steigen, je mehr Bürger als Unternehmer, Privatvermieter, Mitarbeiter oder Vereinsmitglieder direkt an der touristischen Wertschöpfung mitwirken und partizipieren. Weniger benötigte Unterkünfte für Saisonarbeiter und weniger Auspendlerverkehr sind die Folge. Arbeitgeber und Gäste freuen sich gleicher maßen über loyale einheimische Mitarbeiter, Gastronomen und Touristiker.
  • Eine bessere Auslastung in der Nebensaison, aber keine neuen Kapazitäten: Durch eine bessere Auslastung in der Nebensaison entstehen zusätzliche Einnahmen für bestehende Unternehmen und Ganzjahresarbeitsplätze. Gleichzeitig werden die Arbeits- und Auslastungsspitzen der (Freizeit)infrastruktur abgeflacht. Das Angebot für Einheimische in der Zwischensaison wird besser („geöffnetes Dorfgasthaus“), ohne dass der Druck in der Hochsaison zunimmt. Die Errichtung neuer Hotels wird explizit nicht angestrebt.
  • Vermeidung von (touristischem) Individualverkehr, hohe Aufenthaltsqualität in den Ortskernen: Weniger innerregionaler Verkehr bedeutet weniger Lärm, Abgase, Stau oder Parkplatzsuche. Außerdem werden die Ortskerne für Gäste und Bürger, für Fußgänger und Radfahrer attraktiver und das „Naturerlebnis Wilder Kaiser“ dadurch authentischer.
  • Den mehrfachen Mehrwert pro Gast erhöhen: Ausgabefreudige Gäste ermöglichen steigenden Wohlstand ohne quantitatives Wachstum. Der ideale Gast bereichert uns aber auch sozial (indem er sich z.B. respekt- und rücksichtsvoll verhält), ökologisch (er ist umweltbewusst und forciert Nachhaltigkeit) und kulturell (er ist inspirierend und interessant).

Die vier Erkenntnisse

  • Entwicklung entlang knapper Ressourcen: Die knappen Ressourcen (Personal, Grund & Boden) erschweren quantitatives Wachstum und forcieren eine nachhaltige Entwicklung. Zusätzliche Arbeitsplätze im Tourismus sind kein Argument mehr für Wachstum.
  • Verteilung schlägt Menge: Eine gute zeitliche und geografische Verteilung des Tourismus erhöht die Lebensqualität ebenso wie die faire Verteilung der positiven (Einkünfte, Zugang zu Freizeitinfrastruktur) und negativen (Lärm, Verkehr uvm.) indirekten Tourismuseffekte
  • Mit Gleichgewicht zur Lebensqualität: Ökonomischen, ökologischen und sozialen Faktoren sind für die Gemeinschaft (!) ins Gleichgewicht zu bringen. Erfolgsmaßstab ist die Lebensqualität (aller), nicht (nur) der ökonomische Vorteil (weniger).
  • Next Generation: Die nächste Bürger- und Unternehmergeneration hat weniger ökonomische und mehr persönliche Ziele (Sinn-Arbeit, Work-Life-Balance). Dies gilt es für die Destinationsentwicklung zu nützen.
Lebensqualität-Projekte
Lebensqualität-Projekte

Vom Almrind bis hin zur Kaiserschaft

Aus diesen Ziele und Erkenntnisse sind bereits mehrere konkrete Lebensqualität-Projekte hervorgegangen, an denen unter Leitung der zuständigen Personen fleißig weitergearbeitet wird.

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Du bist interessiert und möchtest dich zum Thema Lebensqualität am Wilden Kaiser einbringen?

Alle Bürger/innen, Arbeitnehmer/innen, Freizeitwohnsitzbesitzer/innen von Ellmau, Going, Scheffau und Söll sind eingeladen, an der Weiterentwicklung der Lebensqualität am Wilden Kaiser und den damit verbundenen Projekten mitzuwirken. So kannst auch du aktiv deine persönliche Zukunft in der Region Wilder Kaiser mitgestalten!

Ansprechpartnerin Christine Mitterer (TVB Wilder Kaiser):
T: +43 (0) 50509 163
M: c.mitterer@wilderkaiser.info

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