SICHER Skitouren gehen

Tipps und Hinweise für Ihre Sicherheit am Berg

Die Sicherheit steht neben dem Erlebnis am Berg an oberster Stelle. Grundlagen sind die Einhaltung und Beachtung wichtiger Verhaltensregeln und Hinweise sowie eine akkurate Tourenplanung und eine adäquate Ausrüstung.

1. Gesund und fit in die Berge

Skitouren sind Ausdauersport. Die wertvollen Belastungsreize für Herz, Kreislauf und Muskeln setzen Gesundheit und eine ehrliche Selbsteinschätzung voraus. Vermeiden Sie Zeitdruck und wählen Sie das Tempo so, dass niemand in Ihrer Gruppe außer Atem kommt. Achten Sie auf Kraftreserven für die Abfahrt.

2. Sorgfältige Tourenplanung

Karten, Führerliteratur, Internet und Experten informieren über Routenverlauf, Länge, Höhendifferenz und die aktuellen Verhältnisse. Besondere Beachtung verdient der Wetterbericht, da Kälte, Wind und schlechte Sicht das Unfallrisiko stark erhöhen. Planen Sie auch Alternativrouten. Informieren Sie sich über nationale Bergrettungs-Notrufnummern (Euro-Notruf 112).

Mögliche alpine Gefahren sind Wettersturz, Schneefall, Wind, Lawinen, Nebel, Eis, Sonneneinstrahlung (tageszeitliche Erwärmung kann die Lawinengefahr erhöhen). Unterschiedliche Witterungsverhältnisse verändern das Gelände täglich. Aus diesem Grund liegt die Einschätzung einer gefahrlosen Begehung einzig in der Eigenverantwortung und im Ermessen jedes Einzelnen!

Checkliste Tourenplanung

  • Passende Auswahl des Tourenziels nach eigenem Können und Kondition sowie den aktuellen Schneeverhältnissen? (ehrliche Selbsteinschätzung – Physische und psychische Voraussetzungen)
  • Auseinandersetzung mit den Themen Orientierung und Lawinengefahr?
  • Beachtung der Wetterprognose und aktuellen Wetterverhältnissen
  • Kontrolle der Verhältnisse vor Ort
  • Zeitplanung! Frühzeitig aufbrechen – die Dämmerung setzt im Winter schon gegen 16.00 Uhr ein. Tageszeitliche Erwärmung beachten (Lawinengefahr steigt!)
  • Passende Ausrüstungswahl
  • Installation und Testlauf der Notruf-App "SOS-EU-Alp" auf Ihrem Smartphone
  • Abschluss einer Unfall- und Bergekostenversicherung

3. Vollständige Ausrüstung

Passen Sie Ihre Ausrüstung den winterlichen Verhältnissen und dem konkreten Tourenziel an. Standard-Ausrüstung für den Notfall sind Lawinen-Verschütteten-Suchgerät (LVS), Sonde und Schaufel, ebenso Erste-Hilfe-Paket, Biwaksack und Mobiltelefon. Ein Airbag-System erhöht die Überlebenschancen. Überprüfen Sie Ihre Ausrüstung vor dem Start und führen Sie ein Reparaturset mit.

Checkliste Ausrüstung

  • Rucksack: Volumen ca. 25 lt. - Empfehlung: Airbag-Rucksack
  • Schuhe: Skitouren-Schuhe
  • Kleidung: wind- und wasserdichte, atmungsaktive Jacke, Isolationsjacke, Fleece/Softshell-Jacke, Mütze und Handschuhe, Funktions-Unterwäsche, Wechselwäsche
  • Sonnenschutz: hochwertige Sonnenbrille, Skibrille, Kopfbedeckung, Sonnencreme (Schutzfaktor ≥30), Lippenschutz
  • Getränke und Verpflegung: mind. 1 bis max. 2 Liter Wasser/Tee, Frucht-/Müsliriegel, Studentenfutter oder einfach, was gut schmeckt
  • Kartenmaterial: GPX-Track, Karte, Tourenbeschreibung und Informationsmaterial
  • Mobiltelefon: Auf ausreichende Akkuladung achten (Notfall), ggf. Powerbank mitführen
  • Lawinenausrüstung: Je nach Tour im freien Gelände auch LVS-Gerät, Sonde und Schaufel
  • Biwaksack & Stirnlampe
  • Erste-Hilfe Paket: inkl. Blasenpflaster und Alu-Rettungsdecke
  • Helm
  • Dokumente: Ausweis, Versicherungskarte, Bargeld
  • Wanderstöcke: Richtig eingesetzt, helfen Stöcke die Gelenke zu entlasten und unterstützen das Gleichgewicht. Unser natürliches Gleich-gewichts- und Koordinationsvermögen wird allerdings negativ beeinflusst. Achten Sie bei Teleskopstöcken auf eine verlässliche Verriegelung.

4. Lawinenlage

Informieren Sie sich vor Ihrer Tour eingehend über die Lawinengefahr: Wie? Wo? Was? Achten Sie besonders auf Informationen zur Gefahrenstufe (1-5), zu den Gefahrenstellen (Wo ist es heute gefährlich?) und zu den Gefahrenmustern (Was ist heute die Hauptgefahr?).

Hier finden Sie alle Infos zu Lawinengefahrenstufen, Schneedeckenaufbau, Gefahrenmuster, Tendenzen, Alpinwetterbericht und vielem mehr.

5. Lawinenrisiko abwägen

Beim Erkennen der Lawinengefahr sind dem Menschen enge Grenzen gesetzt. Stütze deine Entscheidungen daher auf strategische Methoden der Risikoeinschätzung (Reduktionsmethoden) und lerne, Gefahrenzeichen im Gelände zu erkennen. Weiche Gefahrenstellen aus und kehre im Zweifelsfall um.

Was ist im Notfall zu tun?
Notruf wählen

140 - Alpinnotruf (Bergrettung)
112 - Europäischer Notruf
133 - Polizei
144 - Rettung

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6. Pausen und Orientierung

Flüssigkeit, Energie und Pausen sind notwendig, um Leistungsfähigkeit und Konzentration zu erhalten. Heiße, isotonische Getränke sind ideale Durstlöscher und Wärmespender. Orientieren Sie sich laufend („ich weiß, wo ich bin“) und beurteilen Sie vorhandene Spuren kritisch.

7. Abstände einhalten

Abstände dienen der Entlastung der Schneedecke und der Schadensbegrenzung. Entlastungsabstände von 10 m beim Aufstieg in Steilhängen steigern zudem den Komfort bei Spitzkehren. Bei der Abfahrt sollten grundsätzlich Abstände von mindestens 30 m eingehalten und sehr steile Hänge einzeln befahren werden.

8. Stürze vermeiden

Stürze bei der Abfahrt sind die häufigste Unfallursache auf Skitouren. Für die Schneedecke bedeuten sie eine große Zusatzbelastung. Gute Skitechnik und eine dem Können angepasste Geschwindigkeit reduzieren das Risiko. Ein Skihelm schützt vor Kopfverletzungen. Achtung: Absturzgefahr bei gefrorener Schneedecke und im felsdurchsetzten Gelände!

9. Kleine Gruppen

Kleine Gruppen (bis 6 Personen) erhöhen die Sicherheit. Kommunikation mit anderen Wintersportlern und gegenseitige Rücksichtnahme verhindern gefährliche Situationen. In der Gruppe zusammen bleiben. Informieren Sie vertraute Personen über Ziel, Route und Rückkehr. Achtung Alleingänger: Bereits kleine Zwischenfälle können zu ernsten Notlagen führen.

10. Natur respektieren

Das Gebirge bietet einen wertvollen Freiraum zum Bewegen in einzigartiger Wildnis. Genieße diese Freiheit! Nimm Rücksicht auf Wildtiere, respektiere Schutzgebiete und betrete keine Aufforstungsflächen. Zur Anreise Fahrgemeinschaften bilden oder öffentliche Verkehrsmittel verwenden.

  • Schutz- und Schongebiete für Pflanzen und Tiere respektieren!
  • Dämmerung meiden (Wildfütterung und Äsungszeiten) – Tour am besten zw. 10–16 Uhr planen
  • Wildfütterungen und Einstandsgebiete großräumig (300 m) umgehen (Sperrgebiete beachten!)
  • Tiere nur aus großer Distanz beobachten, auf keinen Fall verfolgen.
  • Aufforstungen und Jungwald nicht betreten.
  • Ruhig verhalten und nicht schreien.

Müll
Die Natur ist ein kostbares Gut – darum bitte haltet die Berge sauber und lasst keine Abfälle zurück! Abfälle sind noch hier – auch wenn du schon lange weg bist!

Hunde
Bitte benutzen Sie die Gassi-Sackerl und werfen Sie diese in den nächsten Abfalleimer um eine Verschmutzung der Weideflächen und der Natur zu vermeiden. Helfen Sie mit die Natur sauber zu halten. Um Probleme mit anderen Wintersportlern wie Langläufern oder Schneeschuhwanderern zu vermeiden – bitte Hunde an die Leine nehmen!

Saubere Berge
Tipps vom ÖAV

Damit Sie stets eine wunderschöne Landschaft bei Ihren Skitouren genießen können, ist es wichtig, dass jeder einzelne von uns auf die Umwelt achtet.

Tipps
Berg- und Skiführer
Berg- und Skiführer

Ihre sicheren Begleiter im Gelände

Um Touren im Gebirge möglichst sicher und entspannt erleben zu können, sind eine fundierte Ausbildung, sowie jahrelange Erfahrung notwendig. Unsere staatlich geprüften Berg- und Skiführer begleiten Sie gerne auf Ihre individuelle Tour.

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Pistentouren - sicher und fair!

Verhaltensregeln für Skitouren entlang der Pisten

Auch auf Pisten sind Sie eigenverantwortlich unterwegs. Alpine Gefahren, insbesondere die Lawinengefahr, sind selbst einzuschätzen. Notfallausrüstung ist mitzuführen. Skipisten stehen in erster Linie den Benützern der Seilbahnen und der Lifte zur Verfügung. Um Unfälle und Konflikte zu vermeiden, bitten wir Sie, neben den FIS-Verhaltensregeln auch folgende Empfehlungen zu beachten.

  • Warnhinweise sowie lokale Regelungen beachten.
  • Der Sperre einer Piste oder eines Pistenteils Folge leisten. Beim Einsatz von Pistengeräten - insbesondere mit Seilwinden - oder bei Lawinensprengungen, etc. kann es zu lebensgefährlichen Situationen kommen. Pisten können daher aus Sicherheitsgründen für die Dauer der Arbeiten gesperrt sein.
  • Nur am Pistenrand und hintereinander aufsteigen.
  • Die Piste nur an übersichtlichen Stellen und mit genügend Abstand zueinander queren.
  • Frisch präparierte Pisten nur im Randbereich befahren. Über Nacht festgefrorene Spuren können die Pistenqualität stark beeinträchtigen.
  • Bis 22.30 Uhr oder einer anderen vom Seilbahnunternehmen festgelegten Uhrzeit die Pisten verlassen.
  • Sichtbar machen. Bei Dunkelheit oder schlechter Sicht Stirnlampe, reflektierende Kleidung etc. verwenden.
  • Bei besonders für Pistentouren gewidmeten Aufstiegsrouten/Pisten nur diese benützen.
  • Hunde nicht auf Pisten mitnehmen.
  • Ausgewiesene Parkplätze benützen und allfällige Parkgebühren entrichten.

Sicherheitsschulungen

Ortovox Guide Book

Das Ortovox Guide Book wurde in Zusammenarbeit mit der Safety Academy, dem Verband Deutscher Berg- und Skiführer und Ortovox erstellt. Auf 40 Seiten erhalten Sie wichtiges Lawinen-Grundlagenwissen für Ihre sichere Ski- oder Freeridetour abseits der Piste.

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Was ist im Notfall zu tun?
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Die Sicherheit im Gebirge ist das A und O in den Bergen. Immer wieder werden Bergsportler von einem plötzlich entstehenden Gewitter oder sonstigen Naturgewalten überrascht oder verletzen sich und stehen spontan vor der Frage: "Wie lautet die Alpine Notrufnummer?“

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Bitte beachten Sie, dass die bereitgestellten Informationen zur Sicherheit am Berg ausschließlich Empfehlungen des Tourismusverbandes Wilder Kaiser sind. Alle Angaben ohne Gewähr sowie Änderungen vorbehalten.

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