Hannah Blazejewski

von Hannah Blazejewski

In der Metropole Berlin geboren und auf dem Land aufgewachsen hat Hannah mit ihrer Familie in der Nähe von Düsseldorf ein Zuhause gefunden. Nach vielen Jahren als Redakteurin bei Deutschlands größter Regionalzeitung, schreibt sie heute freiberuflich überwiegend für Magazine, Verbände und Unternehmen im Bergischen Land. Wann immer ihr Job und der Alltagstrubel einer vierköpfigen Familie es zulassen, zieht es sie raus in die Natur. In den Ferien mit Vorliebe in die Berge. Wo sonst kann man so schön aktiv entspannen? Die Füße einfach mal machen lassen, hochlaufen, um dabei runterzukommen. Seit ihrem ersten Aufenthalt in Ellmau ist sie völlig „verkaisert“.

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Wie man Kinder spielend fürs Wandern begeistert

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Die 5 schönsten Waldspiele

„Waaaaasss? Schon wieder wandern? Ich hab’ aber gar keine Lust!“ Max verdreht die Augen und schiebt die Unterliebe vor. Wer Kinder hat, kennt dieses Gemotze nur zu gut. Dabei ist die Natur der schönste Abenteuerspielplatz überhaupt. Und Kinder lieben sie. Manchmal muss man dabei nur ein wenig nachhelfen.
Besonders gut geht das jetzt im Herbst, wenn man ein paar Spielideen parat hat. Alle Zutaten, die man dafür benötigt, finden sich in der Natur selbst. Also: Gemaule überhören, Kinder schnappen und ab auf den Berg.
Hier sind meine fünf besten Spiel-Tipps für ein kleines Familienabenteuer in der Natur.

1. Unterwegs mit Stocki

Herbst_Familie_Wilder Kaiser_Peter von Felbert/Reiter
Stöcke sammeln gehört für viele Kinder zum liebsten Zeitvertreib im Wald. Auch für meine Jungs. Also lasse ich sie gerne ausschwärmen, um ganz besondere Exemplare aufzustöbern. Dabei kommen die Kinder auf die tollsten Ideen. Stock ist eben nicht gleich Stock. Der Eine ist gewunden und sieht aus wie eine gefährliche Schlange. Der Andere hat ein paar merkwürdige Knubbel. Der Dritte eine besonders schöne Astgabel. Und schon hauchen die Kinder einem toten Stück Holz Leben ein. „Stocki“ geht dabei mit ihnen auf Wanderschaft und erlebt die tollsten Abenteuer. Seine Erlebnisse behält der Stock natürlich nicht für sich. Sondern er erzählt der Wandergruppe davon. Und wenn ihm nichts mehr einfällt, übernimmt eben ein anderer die Regie. „Mein Stocki ist ein Indianer und auf der Suche nach Büffeln“, berichtet Ben und dreht seinen hölzernen Begleiter in alle Himmelsrichtungen. Was er dabei wohl alles entdeckt?

2. Ein Waldhaus bauen

Herbst_Familie_Wilder Kaiser_Peter von Felbert/Reiter
Der absolute Klassiker unter den Wald-Spielen ist wohl der Hausbau. Schon als Kind haben mich Bauprojekte stunden- und oft sogar tagelang in den Wald gezogen. Und auch meine Kinder lieben es, aus Naturmaterialien Hütten in die Höhe zu ziehen.
Alles, was man dafür braucht, bietet der Wald von ganz alleine. Und wie beim echten Hausbau, muss in erster Linie der Bauplatz stimmen. Ist der einmal ausgemacht, geht es eigentlich wie von selbst. Wie das Domizil am Ende aussehen soll, ist ganz den kleinen Bauherren überlassen. Ob ausgeschmückte Wurzelhöhle oder Tipi aus langen Stecken: Jedes Waldhaus hat seinen ganz eigenen Charme. Und weil echte Wanderer immer eine kleine Jause dabei haben, kann man den Einzug in die neue Behausung gebührend mit einem Picknick feiern.

3. Blätterfloß

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Eine Wanderung am Wasser entlang ist bei kleinen Abenteurern besonders beliebt. Aber nicht immer bietet sich ein Gewässer unbedingt zum Plantschen an. Eine gute Alternative kann dann ein hübsches Blätterfloß sein.
Die Vorbereitungen dafür sind denkbar einfach. Wer am Wegesrand ein besonders schönes Blatt findet, sucht sich eine gut zugängliche Stelle am Bach. Das kann auch ein kleiner Steg oder eine Brücke sein. Von dort aus schickt man das Laubblatt auf die Reise. Wer Spaß daran hat, kann das davon schwimmende Blätterfloß ein Stück am Ufer begleiten. Manchmal reicht es aber auch schon, einfach nur zuzusehen, welchen Weg das kleine Floß nimmt. Sobald es aus den Augen ist, kann das nächste Blatt zu Wasser gelassen werden.

4. Von Stein zu Stein

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Ben rudert mit den Armen und setzt konzentriert einen Fuß vor den anderen. Manchmal denke ich, dass Balancieren zu den Urtrieben meiner Kinder gehört. Überall dort, wo man trippelnd seinen Gleichgewichtssinn trainieren kann, werden meine Jungs magisch angezogen.
Wem es ähnlich geht, der hat leichtes Spiel in der Natur. Überall am Wegesrand findet man schließlich Stellen, die sich zum Balancieren eignen. Besonders lustig wird es für die Kleinen, wenn sie dabei noch von Stein zu Stein springen müssen. Daraus kann man ganz einfach auch einen kleinen Wettkampf machen. Wer am meisten Steine anpeilt, ohne den Boden zu berühren oder dabei besonders leise ist, hat gewonnen.

5. Hahn oder Henne?

Hahn und Henne wachsen überall am Wegesrand! Alles Quatsch? Von wegen. Wer ein bißchen Fantasie hat, wird dieses Spiel lieben. Spielen kann man es überall dort, wo Gräser blühen. In der Regel also an jedem Wanderweg oder Wiesenrand. Dazu sucht man ein paar schön blühende Gräser aus. Bevor es losgeht, greift man mit zwei Fingern unter eine Blüte und fragt den Spielpartner: „Hahn oder Henne?“. Sobald dieser seine Vermutung ausgesprochen hat, schiebt man mit seinen Fingern die Grasblüte nach oben zusammen. Entsteht dabei ein kleiner Busch mit Schweif, ist es ein Hahn. Ein Busch ohne Schweif zeigt die Henne. Und, wer hat nun richtig geraten?

Mit ein paar Ideen kann jede noch so langweilige Wanderung für Kinder zum großen Abenteuer werden. Tolle Tipps für Outdoor-Erlebnisse mit Kindern liefert die Broschüre „Spielend wandern“, die der Verein „Österreichs Wanderdörfer“ herausgegeben hat. Das kompakte Heft passt garantiert in jeden Wanderrucksack. Also: Jause einpacken und nichts wie los
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In der Metropole Berlin geboren und auf dem Land aufgewachsen hat Hannah mit ihrer Familie in der Nähe von Düsseldorf ein Zuhause gefunden. Nach vielen Jahren als Redakteurin bei Deutschlands größter Regionalzeitung, schreibt sie heute freiberuflich überwiegend für Magazine, Verbände und Unternehmen im Bergischen Land. Wann immer ihr Job und der Alltagstrubel einer vierköpfigen Familie es zulassen, zieht es sie raus in die Natur. In den Ferien mit Vorliebe in die Berge. Wo sonst kann man so schön aktiv entspannen? Die Füße einfach mal machen lassen, hochlaufen, um dabei runterzukommen. Seit ihrem ersten Aufenthalt in Ellmau ist sie völlig „verkaisert“.

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