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Dialekt ABC

M wie miad, Marend & Manggei

von Wilder Kaiser Erstellt am 18. März 2026

für Kulturinteressierte

Müsste man das „M“ einer Tageszeit zuordnen, wär’s wohl am ehesten der Nachmittag. Wenn die Sonne tiefer steht, die Augen schon ein bissl schwerer werden und die Marend aufgetischt wird – dann ist mal wieder Zeit für die Mmmmmission „Dialektwörter verstehen“...

miad (sei)

  • Bedeutung: müde (sein).
  • Anmerkung: „miad“ klingt ein bisschen kuscheliger und weicher als „müde“ – fast schon so, als würde das Wort selbst gähnen.
  • AufMUNTERndes Detail am Rande: „Miad“ ist im Tiroler Wortschatz zwar vorhanden – aber meistens nicht lange. A g‘scheite Marend*, a bissl frische Luft und schon ist man wieder munter statt miad.

Marend*, marendl‘n

  • Bedeutung: (Nachmittags-)Jause; jausnen
  • Kommentar: Ursprünglich war die „Marend“ die wohlverdiente Stärkung zwischen den Hauptmahlzeiten für alle, die den ganzen Tag draußen gearbeitet haben. Heute funktioniert sie fast gleich – nur mit weniger Heugabel dafür mehr Brettljause, Hoangaschtn und dem festen Vorsatz: Nur nit hudeln. {nur keine Eile}

Manggei

  • Bedeutung: Murmeltier.
  • Anmerkung: Ein Wort mit Kuschelfaktor und noch mehr Charme: Manggeis gehören zum Tiroler Bergsommer dazu wie die Kühe auf die Alm. Zu sehen sind sie zwar selten, zu überhören dagegen kaum. Denn durch Warnpfiffe pfeifen sie ihre Familie wortwörtlich vor potentiellen Gefahren zurück.

Miasl (Muas)

  • Bedeutung: süßer (oder auch herzhafter) „Brei“ aus wenigen Grundzutaten: Mehl, Flüssigkeit (Milch oder Wasser) und Fett – ähnlich wie ein „Schmarrn“
  • Früher ein „Arme-Leute-Essen“, heute wegen des königlichen Geschmacks wohl eher ein „Luxusgut“ der Tiroler Küche.
  • Am besten schmeckt’s übrigens mit selbstgepflückten Moosbeeren (Moosbee-Miasl) und direkt aus der gusseisernen Pfanne gelöffelt! Ein Mu(a)ss für alle Naschkatzen.

Fazit

Das „M“ ist g‘maitlich. Es steht für Müdigkeit, flauschige Bergbewohner und gutes Essen. Ein Buchstabe wie ein Nachmittag auf der Alm – mit Jause, Manggei und einem zufriedenen Seufzer.

Weiter geht’s dann mit dem N – dort wird’s ein bissl narrisch, wackelig und wieder ein wenig schläfrig ...

Wilder Kaiser

Moment mal – ein Berg als Autor? Genau! Der Wilde Kaiser übernimmt hier das Ruder und erzählt aus erster Hand, was in seiner Region los ist. Mit einem Augenzwinkern und jeder Menge Wissen gibt er Einblicke in Natur, Kultur und das Leben rund um seine majestätischen Gipfel. Ob spannende Anekdoten oder interessante Veranstaltungen – der Wilde Kaiser weiß, wovon er spricht. Immer nah dran und immer mit dem richtigen Riecher für spannende Themen! Der "Wilde Kaiser" schreibt also ausschließlich Infoblogs und keine Meinungsartikel.

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