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Dialekt ABC

K wie kliam, Kaschtln & a g’scheids „K“

von Wilder Kaiser Erstellt am 18. Februar 2026

für Kulturinteressierte

Beim „K“ hört man sofort: Das ist Tirol. Hier wird nicht gehaucht, sondern klar und hart gesprochen. Das „K“ hat Gewicht – und das merkt man besonders bei klassischen Wörtern aus Küche und Alltag.

kliam, kliabn

  • Bedeutung: (Holz) spalten.
  • Kommentar: Ein Wort, das nach Arbeit klingt. Kurz, kräftig – genau wie der Schlag mit dem Beil.

Kaschtln

  • Bedeutung: Karten spielen.
  • Anmerkung: Nach dem Essen wird oft noch a Runde kaschtlt oder g’schnopst (nicht immer handelt es sich dabei um die gleiche Tätigkeit) 😄
  • Kommentar: Mehr als ein Spiel: Kaschtln heißt zusammensitzen, ratschen, diskutieren – und gelegentlich auch schimpfen.

kredenzen

  • Bedeutung: auftischen, servieren.
  • Verwendung: „Wos g’kredenz ma heit?“ {Was wird heute serviert}
  • Kommentar: Klingt fast vornehm, ist aber tief im Dialekt verwurzelt. Wenn etwas kredenzt wird, dann ordentlich – und sicher nit zu wenig.

kring

  • Bedeutung: leicht (vom Gewicht her).
  • Verwendung: „Die Tasche is eh ganz kring.“
  • Kommentar: Ein feines, unscheinbares Wort, das man ständig braucht – vor allem beim Tragen und Abschätzen.

Knödl, Knedl oder „Sag amoi „Speckknedlsuppn“ und i sog da, ob’st vo Tiroi bist“

  • Kommentar: Kaum ein Wort zeigt die Tiroler K-Aussprache besser. Speck-knedl-suppn – jedes K sitzt, jedes knackt. Kein Wunder, dass darüber außerhalb Tirols gern Witze gemacht werden. Wir nehmen’s sportlich – und mit a Brise Humor.

Fazit

Das „K“ ist markant, ehrlich und typisch tirolerisch. Es kann nicht antrainiert werden. Egal ob beim Kliam, beim Kaschtln oder in der Küche. Ein Buchstabe, der zeigt: Dialekt darf ruhig anekken – genau das macht ihn ja auch so kkarakterstarkk.

👉 Als Nächstes folgt danns L – und nach all dem Knacken wird’s dort wieder ein bisserl weicher, liawa {lieber} und lässiger.

Wilder Kaiser

Moment mal – ein Berg als Autor? Genau! Der Wilde Kaiser übernimmt hier das Ruder und erzählt aus erster Hand, was in seiner Region los ist. Mit einem Augenzwinkern und jeder Menge Wissen gibt er Einblicke in Natur, Kultur und das Leben rund um seine majestätischen Gipfel. Ob spannende Anekdoten oder interessante Veranstaltungen – der Wilde Kaiser weiß, wovon er spricht. Immer nah dran und immer mit dem richtigen Riecher für spannende Themen! Der "Wilde Kaiser" schreibt also ausschließlich Infoblogs und keine Meinungsartikel.

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