© TVB Wilder Kaiser
Schneeschuhwandern am Wilden Kaiser

Frischer Schnee, tiefe Atemzüge & ein Hauch von Yoga

von Christina Heuberger Erstellt am 15. Dezember 2025

für Wintermenschen für Outdoor-Begeisterte für Schneehasen & -häschen

Der erste Schnee im Dezember ist immer etwas Besonderes. Sobald es geht, schnalle ich mir dann meine Schneeschuhe an und erkunde die Region von ihrer ruhigen Seite. Diesmal fand meine erste Schneeschuhwanderung der Saison im Rahmen eines kleinen Shootings mit einer motivierten Gruppe statt.
Das Ziel: winterliche Stimmung einfangen, einen neuen Programmpunkt testen – und die Natur genießen.

Wir starten früh, als die Sonne gerade über die Bergkämme lugt und das Licht die Landschaft langsam golden färbt. Der Einstieg in die Schneeschuhe ist für manche in der Truppe ein Novum. Und auch ich bin nach der langen Pause etwas ungeschickt, was das Anlegen der Schneeschuhe angeht. Zudem sind bei den Temperaturen die Finger noch etwas klamm. Nach ein paar Minuten klappt es dann aber doch und die Schneeschuhe klicken unter den Winterschuhen ein – los geht’s: Schritt für Schritt hinein in die Stille des Winterwaldes, begleitet nur vom Knirschen unter unseren Füßen.

Wir starten unsere Tour am Parkplatz unterhalb des Jägerwirts in Scheffau. Es geht einen schmalen Forstweg gemütlich bergauf –durch lichte Wälder und vorbei an sanft verschneiten Lichtungen. Immer wieder ergeben sich traumhafte Ausblicke auf den Wilden Kaiser und die gegenüberliegende Hohe Salve, die in der Morgensonne ihr schönstes Antlitz zeigt. Eine perfekte Kulisse für den neuen Programmpunkt „Silent Snow“, der im Rahmen von JÄNNERplus angeboten wird und den unsere Gruppe heute testet.

© TVB Wilder Kaiser

Bei dieser geführten Schneeschuhwanderung geht es nicht um sportliche Höchstleistungen, sondern ein bewusstes Wahrnehmen und Innehalten in der Natur. Immer wieder bleiben wir stehen, spüren in uns hinein, atmen tief durch. Begleitet werden wir dabei von unseren Guides Sabrina und Katharina, die Achtsamkeit und Naturnähe in den Mittelpunkt stellen. An einem schön gelegenen Rastplatz machen wir schließlich Pause, um ganz bewusst Luft zu holen und um eine Mini-Yogaeinheit im Schnee durchzuführen. Barfuß zum Glück nicht, aber selbst mit Schneeschuhen funktioniert der Krieger erstaunlich gut. Andere Yogapositionen sehen wenig graziös, sondern eher etwas plump, was dem Spaß in der Gruppe aber keinen Abbruch tut. Ganz im Gegenteil. Eine derart lustige Yogaeinheit hatte im Vorfeld noch keiner erlebt.

Nach dieser äußerst interessanten Yogasession machen wir uns auf den Rückweg und genießen die Geräuschkulisse der Natur. Ein besonderes Highlight steht zum Abschluss der Tour noch bevor: Mit viel Einsatz (und auch etwas Glück) entfachen wir in einer Feuerschale ein kleines Feuer, stehen als Gruppe versammelt davor und genießen eine heiße Tasse Tee. Während wir den Feuerzungen bei ihrem Tanz zusehen, teilt Katharina, eine unserer Guides, kleine Holzscheite aus, auf die wir schreiben sollen, was wir gerne loslassen möchten. Jeder nimmt sich kurz Zeit, um seine Sorgen niederzuschreiben und diese anschließend in Form der Holzscheite den Flammen zu übergeben. Dem Feuer zuzusehen hat etwas Meditatives und fast schon ehrfürchtig stehen wir davor, wärmen uns und gehen jeder für sich seinen Gedanken nach. Ein schöner Abschluss für eine ganz besondere Schneeschuhwanderung.
Das Schönste an dieser Tour? Die Kombination aus Bewegung, Stille, Naturerlebnis und einem Hauch von etwas Neuem. Ich jedenfalls werde bei meinen Schneeschuhrunden demnächst vielleicht die ein oder andere Yogaübung miteinbauen.

👉 Alle Infos zu geführten Touren, Leihmaterial & Terminen:
wilderkaiser.info/de/schneeschuhwandern

Christina Heuberger

Gebürtig aus Going und heute Presseverantwortliche beim Tourismusverband Wilder Kaiser, hat sie Journalistik, Spanisch und Portugiesisch studiert – geblieben ist sie trotzdem in ihrer Heimat, wo sie zwischen Bergen, Seen und Geschichten genau das findet, was sie wirklich begeistert. Mit einem feinen Gespür für besondere Menschen und Momente entdeckt sie immer wieder neue Facetten der Region – und erzählt sie am liebsten in Worten, die hängen bleiben.

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