Wilder Kaiser on Tour4 Wandertipps: Von Genuss bis Gipfelglück
von Lena Kaufmann Erstellt am 17. August 2026
für Genießer*innen
für Outdoor-Begeisterte
„Gemma a Runde?“ Klingt eigentlich ganz einfach. Wanderschuhe an, Rucksack auf und los. Doch Wandern ist am Wilden Kaiser definitiv nicht gleich Wandern.
Mal geht es sportlich hinauf zwischen steile Felswände, mal gemütlich über Almwege zum Kaiserschmarrn. Manchmal reichen sogar ein paar Schritte durch den Ortskern, um die Region auf eine ganz neue Art kennenzulernen. Und dann gibt es noch jene Wanderungen, die allein beim Lesen der Beschreibung direkt auf der persönlichen To-do-Liste landen.
Für Wilder Kaiser on Tour habe ich mich deshalb durch verschiedene Aktivprogramme gewandert – von sportlich bis genussvoll. Drei davon habe ich bereits ausprobiert, ein viertes steht noch auf meiner Liste.
Hier kommen meine 4 Wandertipps am Wilden Kaiser.
Ausgangspunkt der „Geführten Bergtour zum Ellmauer Tor“ ist die Wochenbrunner Alm auf 1.085 Metern. Gemeinsam mit unserem Guide starten wir Richtung Gaudeamushütte.
Noch bewegen wir uns über Almwiesen und durch Latschenfelder – und ich könnte fast behaupten, das Ganze sei ein gemütlicher Wandertag. Fast. Denn spätestens als der Weg steiler wird und wir uns den Felswänden des Wilden Kaisers nähern, wird klar: Heute geht es nicht nur ums Spazierengehen. Eine kurze seilversicherte Passage verlangt etwas Konzentration und Trittsicherheit, anschließend geht es über das Geröllfeld immer weiter nach oben. Das Ziel: das Ellmauer Tor auf 1.981 Metern.
Und plötzlich steht man mittendrin. Links und rechts ragen die mächtigen Felswände des Kaisergebirges empor, die Gipfel scheinen zum Greifen nah und spätestens jetzt ist die Anstrengung beim Aufstieg vergessen.
Mein Fazit: anstrengend? Ja. Lohnenswert? Definitiv.
Dass Wandern aber auch ganz anders geht, zeigt Guide Georg bei „Wanderglück & Gaumenfreuden“ in Söll.
Hier ist der Name Programm.
Nach einer bequemen Fahrt mit dem Taxi zum Ausgangspunkt führt die Tour über den idyllischen Bromberg. Rund 11 Kilometer und 400 Höhenmeter legen wir in gemütlichem Tempo und mit ausreichend Zeit zurück. Der Blick schweift immer wieder hinüber zum Kaisergebirge und zur Hohen Salve, während wir durch die abwechslungsreiche Landschaft unserem eigentlichen Ziel Schritt für Schritt näherkommen: der Silleralm. Oder sollte ich besser sagen: dem Kaiserschmarrn? Denn spätestens als der frisch zubereitete, goldbraune Kaiserschmarrn vor uns steht, wird aus dem Wanderglück endgültig auch eine Gaumenfreude.
Und ich bin überzeugt: Nach ein paar Kilometern schmeckt Kaiserschmarrn einfach noch ein bisschen besser. Ob das wissenschaftlich bewiesen ist? Vermutlich nicht. Ob ich trotzdem daran glaube? Absolut.
Wie viele Höhenmeter braucht man eigentlich für ein Wandererlebnis? Die Antwort lautet: manchmal ziemlich wenige.
Bei „Genussvolle Momente - Ein kulinarischer Ortsrundgang“ geht es gemütlich durch den Ortskern von Going. Statt Berggipfel und Geröllfeld stehen hier regionale Produkte, Geschichten und die Menschen dahinter im Mittelpunkt.
Natürlich bleibt es nicht bei der Theorie. Bei verschiedenen Stopps dürfen wir regionale Spezialitäten probieren und lernen Going dabei vor allem von seiner genussvollen Seite kennen. Plötzlich bekommt der Begriff Genusswandern noch einmal eine völlig neue Bedeutung. Hier zählt nicht, wie schnell man unterwegs ist oder wie viele Höhenmeter am Ende auf der Uhr stehen.
Ich würde sagen: Auch diese Art von Wanderung darf man durchaus als Training bezeichnen. Zumindest für den Geschmackssinn.
Und dann gibt es noch die Wanderungen, die ich selbst noch nicht gemacht habe – bei denen ich mir aber schon beim Lesen denke: Die müssen auf die Liste.
Genau so geht es mir mit der „Almen & See – Wanderung mit exklusivem Badeplatz“ in Scheffau. Die mittelschwierige Ganztagestour führt durch die Almenlandschaft von Scheffau, unterwegs besteht die Möglichkeit zur Einkehr. Gute Kondition und Trittsicherheit sollte man also mitbringen.
Das eigentliche Highlight wartet allerdings zum Schluss: der Hintersteiner See. Nach 13 Kilometern und 650 Höhenmetern führt die Tour zu einem exklusiven Seezugang, wo ein Sprung ins kühle Wasser wartet. Ganz ehrlich: Viel überzeugender kann ein Wander-Finale für mich eigentlich nicht klingen.
Deshalb gilt bei diesem Tipp noch nicht „selbst getestet“, sondern: steht ziemlich weit oben auf meiner Wanderliste.
Nach meinen bisherigen Touren könnte man meinen, ich hätte inzwischen einen Favoriten. Habe ich nicht. Denn genau darin liegt für mich das Schöne am Wandern am Wilden Kaiser.
An einem Tag möchte ich vielleicht hinauf zum Ellmauer Tor, meine Beine spüren und mitten in der Felswelt des Kaisers stehen. Am nächsten Tag reicht mir ein gemütlicher Weg mit einem Teller Kaiserschmarrn als Ziel vollkommen aus.
Und manchmal möchte ich gar keinen Gipfel erreichen, sondern einfach durch Going spazieren, Geschichten hören und mich durch regionale Spezialitäten kosten.
Wandern muss nicht immer höher, weiter, schneller bedeuten.
Team Gipfel? Team Kaiserschmarrn? Oder am liebsten eine Mischung aus beidem?
Ich habe für mich jedenfalls festgestellt: Entscheiden muss man sich am Wilden Kaiser zum Glück nicht. Hauptsache, der Wilde Kaiser ist irgendwo im Blick.
Schon bald geht es weiter mit dem nächsten Blogartikel von Wilder Kaiser on Tour. Wohin es uns dann verschlägt, bleibt noch ein kleines Geheimnis.