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Dialekt ABC

S wie Servus, Schmotzgoggl & standipedi

von Wilder Kaiser Erstellt am 10. Juni 2026

für Kulturinteressierte

Das „S“ zischt, schmunzelt und schiebt ordentlich Tempo an. Kaum ein Buchstabe hat im Tirolerischen so viele Wörter, die gleichzeitig herzlich, frech und unverwechselbar klingen.

Servus

  • Bedeutung: einheimischen-taugliche Begrüßung oder Verabschiedung
  • Insider-Tipp: ein freundliches „Servus“ ist das Allzweckwerkzeug unter den Grüßen, es funktioniert gleichzeitig als Begrüßung ODER als Verabschiedung. Besonders praktisch also für die, die sich beim Betreten eines Raumes noch nicht ganz festlegen wollen, ob sie bleiben oder wieder gehen wollen ;-).

Schmotzgoggl

  • Übersetzung für alle Nicht-Tiroler: aufgewecktes kleines Mädchen; süßer kleiner Wirbelwind
  • Kommentar: Ein Wort in dem viel Energie, Entdeckergeist und Neugierde steckt - klingt genauso frech wie das Mädchen, das man damit beschreibt. Ein typisches Tiroler Dialektwort mit maximalem Wiedererkennungswert und viel Charme.

Schwammerl

  • Ein Sammelbegriff für Champignons, Steinpilze, Parasol und Co. oder auch das Zuhause der Schlümpfe ...
  • Fun-Fact: Sobald die Schwammerl-Saison beginnt zieht’s erstaunliche viele TirolerInnen in den Wald, wo sie plötzlich streng geheime Waldkenntnisse entwickeln.
  • Warnung: Über gute Schwammerl-Plätze spricht man ungefähr so gern wie über den Bildschirmzeit-Code der Kids. Wer sie aber kennt ist ein echter Glückspilz.

Spiwitt

  • Bedeutung: krabbelndes 8-beiniges Ungeziefer, das gerne Netze spinnt
  • Aussprache: klingt deutlich harmloser als „Spinne“. Hilft aber wenig, wenn sie plötzlich über die Wohnzimmerwand krabbbelt oder neben dem Bett sitzt.

saggrisch

  • Verstärkungsstufe: Mehr als „sehr“. Viel mehr. Richtig extrem ...
  • Alltags-Test: Wenn TirolerInnen etwas verstärken wollen, wird’s gern einmal saggrisch. Funktioniert bei Wetter, Hunger und schlechter Laune gleichermaßen.

standipedi

  • Tirolerische Zeitangabe zwischen „sofort“ und „am besten schon gestern“
  • Kommentar: Das Wort klingt genau so hektisch, wie es gemeint ist. Viel Zeit zum Dagegenreden bleibt da meistens nicht. Kinder tun’s trotzdem gerne, wenn für die Eltern ein Aufschub mal wieder keine Option ist: „Imma muass ois standipedi sein“ {immer muss alles sofort sein}

Fazit

Das „S“ hat Tempo, Schmäh und eine gute Portion Charakter. Es grüßt herzlich, verstärkt kräftig und bringt selbst Spinnen irgendwie charmant über die Lippen.

👉 Weiter geht’s mit dem T – dort wird getratscht, herumtogglt und abends gemütlich zusammengesessen.

Wilder Kaiser

Moment mal – ein Berg als Autor? Genau! Der Wilde Kaiser übernimmt hier das Ruder und erzählt aus erster Hand, was in seiner Region los ist. Mit einem Augenzwinkern und jeder Menge Wissen gibt er Einblicke in Natur, Kultur und das Leben rund um seine majestätischen Gipfel. Ob spannende Anekdoten oder interessante Veranstaltungen – der Wilde Kaiser weiß, wovon er spricht. Immer nah dran und immer mit dem richtigen Riecher für spannende Themen! Der "Wilde Kaiser" schreibt also ausschließlich Infoblogs und keine Meinungsartikel.

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