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Dialekt ABC

R wie ratschn, Radi & Roarnudln

von Wilder Kaiser Erstellt am 27. Mai 2026

für Kulturinteressierte

Das „R“ rollt im Tirolerischen oft kräftig – und genauso lebendig sind auch die Wörter, die damit beginnen. Es geht ums Reden, um Schönheit und ums Essen, das auf der Zunge zergeht oder lieber besser nicht ...

ratschn

  • Bedeutung: plaudern, quatschen
  • Kommentar: Ratschn ist weit mehr als reden. Es ist gemütlich, locker ungezwungen – und: es kann sich schon mal über mehrere Stunden ziehen.
  • Achtung! Doppeldeutigkeit: Wird „Ratschn“ jedoch als Nomen verwendet, so bezeichnet es einen Osterbrauch – denn in der Karwoche (Gründonnerstag bis Karsamstag) werden die Kirchenglocken durch so genannte (hölzerne) „Ratschn“ ersetzt
  • Alles in allem ist „RATSCHN“ also ein Stück Tiroler Lebensgefühl, das sowohl für Kommunikation als auch für Tradition und Brauchtum steht

rantig

  • Bedeutung: schön angezogen, geschniegelt.
  • Verwendung: „Heit bist aber rantig!“
  • Kommentar: Ein echtes Kompliment. Wer rantig ist, hat sich herausgeputzt – und darf sich ruhig sehen lassen.

ranzig

  • Bedeutung: verdorben, ungenießbar
  • Verwendung: „Die Butter is ranzig“
  • Anmerkung: ein einziger Buchstabe und schon wird aus einem Kompliment („rantig“ – siehe oben) etwas Ungenießbares ...

Radi

  • Bedeutung: Rettich
  • Kommentar: Die Tiroler „reibn“ nicht nur gerne G’schichten, sondern auch den Radi. Beides darf bei der klassischen Brettljause demnach nicht fehlen.

Rotzleffi

  • Bedeutung: frecher, ungezogener Junge
  • Kommentar: Klingt streng – ist aber oft halb so schlimm gemeint. Ein Wort mit subtilem erzieherischem Unterton aber ganz viel Dialektcharme.

Roarnudln

  • Bedeutung: Buchteln (die Tiroler Spezialität gefüllt mit Powidl-Marmelade und Vanillesauce).
  • Kommentar: Süß, weich und einfach ein Gedicht. Spätestens bei Roarnudln wird aus „einmal kosten“ ganz schnell ein zweiter Teller, oder ein dritter ...

Fazit

Das „R“ ist lebendig und vielseitig. Es ratscht, schmeckt und bringt Charakter ins Spiel. Ein Buchstabe, der kraftvoll rollt – genauso wie die Tiroler Mundart selbst.

Weiter geht’s dann mit dem S – und dort wird’s sicher spannend, scharf und vielleicht a a bissl schräg? Schau ma moi ...

Wilder Kaiser

Moment mal – ein Berg als Autor? Genau! Der Wilde Kaiser übernimmt hier das Ruder und erzählt aus erster Hand, was in seiner Region los ist. Mit einem Augenzwinkern und jeder Menge Wissen gibt er Einblicke in Natur, Kultur und das Leben rund um seine majestätischen Gipfel. Ob spannende Anekdoten oder interessante Veranstaltungen – der Wilde Kaiser weiß, wovon er spricht. Immer nah dran und immer mit dem richtigen Riecher für spannende Themen! Der "Wilde Kaiser" schreibt also ausschließlich Infoblogs und keine Meinungsartikel.

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