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Schleierwasserfall am Wilden Kaiser

60 Meter hoher Felsdom - das Mekka für Kletterer

Schleierwasserfall in der Kaisergemeinde Going

Der Schleierwasserfall ist in Going, neben dem Wilden Kaiser, der Naturschauplatz schlechthin und wer ihn noch nicht gesehen hat, der sollte sich auf den Weg zu diesem Ausflugsziel machen. Denn der Schleierwasserfall, am Fuße der Maukspitze im Wilden Kaiser, ist ein Mekka für Extrem-Kletterer und somit ist dort immer Action geboten.

In der Mitte des gut 60 Meter hohen Felsdoms fällt ein munterer Gebirgsbach als Schleier in die Tiefe, um sich dann in einer kleinen Gumpe, welche an heißen Sommertagen durchaus zum Baden einlädt, wieder zu sammeln. Es ist auch keine Seltenheit, dass sich an einem schönen Wintertag eine Handvoll Fanatiker am Schleierwasserfall einfindet, die dann fernab vom Pistenrummel ohne T-Shirt in der Wand hängt. Denn der "Schleier" lädt das ganze Jahr zum Klettern ein. Auch den Wanderern scheint es zu gefallen, von der kleinen, roten Bank aus dem Treiben der Vertikalakrobaten zuzusehen.

Topos Schleierwasserfall in Going am Wilden Kaiser

Schleier Wasserfall - Das Kletter-Eldorado am Wilden Kaiser

Es gibt an die 150 Kletterrouten und noch einige ungekletterte Projekte, wobei sich die Hauptschwierigkeiten von 7 aufwärts bewegen. An der Felsformation finden sich einige der härtesten Routen Europas und so viele "10er" an einem Platz gibt es wohl selten.

Mittlerweile stehen am Schleier so viele schöne und schwere Routen, dass man nicht mehr weiß wo man anfangen soll und man mag es vielleicht nicht glauben, aber es wird noch mehr Routen am Schleierwasserfall geben, denn Projekte gibt es noch viele.

Topos Schleierwasserfall Going Wilder Kaiser (2,7 MB)

Klettergeschichte: Alexander Huber und Guido Unterwurzacher

Alexander Huber, von dem Reinhold Messner behauptet er wäre der beste aller Felsenkletterer bereicherte den "Schleier" Ende der 80er Jahre mit etlichen Routen im X und XI Grad und machte das Gebiet damit weltweit führend. So viele Xer Kletterrouten (ca. 150) findet man kaum an einem anderen Platz weltweit! Drum ist der Alex auch so oft am "Schleier" .

Der junge Guido Unterwurzacher aus Going, Kletterpartner und Freund vom Alex, beschreibt seinen Schleier folgendermaßen: "Der Schleier ist ein zu Stein gewordener Tempel, für eine Gemeinschaft von Gleichgesinnten. Jeder erfährt hier seine Grenzen, jeder wächst hier über sich selbst hinaus. Alles was zählt ist der nächste Zug, der nächste Griff. Sämtliche Nebensächlichkeiten fallen von einem ab, während der Wasserfall den heißen Rücken mit einer frischen Prise abkühlt."

Ende der achtziger Jahre bereicherte der Bayer Alexander Huber das Klettergebiet mit etlichen schweren Routen in den Graden 10 und 11, welche das Klettergebiet Schleierwasserfall zum europaweit Schwierigsten machten. Und so gewann dieser Teil des Wilden Kaisers durch ihn auch enorm an Bekanntheit. In vielen Fachzeitschriften, Büchern und Artikeln wurde der Schleier mit seinen mächtigen Überhängen und dem markanten Wasserfall präsentiert und vorgestellt, was Bergsportbegeisterte aus der ganzen Welt anlockte und weiter anlockt. Klingende Namen, wie die Huber Brüder, Stefan Fürst, Gerhard Hörhager usw. haben sich hier mit diversen Routen verewigt.