Pilotregion Wilder Kaiser

Vorbeugende Coronatests unter Tourismus-MitarbeiterInnen

© TVB Wilder Kaiser

Die Region Wilder Kaiser fungierte von Anfang bis Ende Juni als eine von fünf Pilotregionen in ganz Österreich, in denen die MitarbeiterInnen der Beherbergungsbetriebe – vor allem jene, mit viel Gästekontakt wie etwa an der Rezeption oder im Service – einmal wöchentlich vorbeugend auf COVID-19 getestet werden. In der Region Wilder Kaiser wird natürlich auch weiterhin wöchentlich getestet, ab Juli sollen die flächendeckenden Tests von Tourismus-MitarbeiterInnen in ganz Österreich umgesetzt werden.

Mithilfe dieser wiederkehrenden, engmaschigen Tests können allfällige (auch asymptomatisch verlaufende) Infektionen rasch erkannt und sofort reagiert werden. So wird eine unbemerkte Weiterverbreitung des Virus von vornherein unterbunden.

Derzeit (Stand 10.60.2020) gibt es je eine Screeningstraße im Recyclinghof in Söll (Montagnachmittag in Betrieb) und eine am Parkplatz West in Ellmau (Dienstags). Die Teilnahme an den Tests ist für die Betriebe der Region freiwillig, die allermeisten Betriebe nehmen daran teil. In einem ersten Schritt werden vor allem MitarbeiterInnen von Beherbergungsbetrieben regelmäßig getestet, die direkten Kontakt mit Gästen haben – etwa an der Rezeption oder im Service.

Ausgewählt wurden die Pilotregionen laut zuständigem Bundeministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus nach geografischen und wirtschaftlichen Kriterien, um für den Vollbetrieb die Testlogik unter unterschiedlichen Rahmenbedingungen erproben zu können. Die Pilotregionen machen den Anfang, ab Juli soll der Betrieb auf ganz Österreich ausgeweitet werden.

Wie laufen die Tests ab?

Diese Screening-Straße kann zu Fuß, per Rad oder per Auto aufgesucht werden. Ein Abstrich dauert 1-2 Minuten und wird von einem erfahrenen Team des Roten Kreuz Tirol vorgenommen. Getestet wird auf Vorhandsein von COVID-19-Viren, nicht auf Antikörper. Nachdem es sich um vorbeugende Tests handelt, werden nur gesunde Personen ohne Symptome getestet (Personen mit Symptomen sollen sich an die 1450 oder den Hausarzt wenden). Viele MitarbeiterInnen werden bereits einige Tage vor ihrem ersten Arbeitstag getestet.

Die Kommunikation mit den Beherbergungsbetrieben und die Vermittlung der zu testenden Personen hat der Tourismusverband Wilder Kaiser übernommen. In einer Screening-Straße können rund 40 Personen pro Stunde getestet werden. Die Screening-Straßen sind vorerst ein bis zwei Tage pro Woche geöffnet, je nach Anzahl der zu testenden Personen können die Öffnungszeiten auf mehrere Tage pro Woche ausgebaut werden.

Was passiert nach dem Test?

Das Testergebnis liegt in der Regel 24 Stunden nach der Testung vor. Sollte der Test eines Mitarbeiters/einer Mitarbeiterin positiv ausfallen, wird einerseits der/die Betroffene selbst informiert, andererseits die Landessanitätsdirektion, die Landeswarnzentrale und die zuständige Bezirkshauptmannschaft. Die Bezirkshauptmannschaft ist zusammen mit dem Amtsarzt dann auch dafür zuständig, alle weiteren Maßnahmen zur Isolation bzw. Versorgung des/der positiv getesteten MitarbeiterIn zu ergreifen. Ebenso obliegt das sogenannte „Contact-Tracing“ - sprich die Ermittlung etwaiger Kontaktpersonen im privaten wie beruflichen Umfeld - der zuständigen Bezirkshauptmannschaft.

Was passiert mit Kontaktpersonen von positiv getesteten MitarbeiterInnen?

Bei den Kontaktpersonen werden zwei Personen-Gruppen unterschieden: Jene, die engeren Kontakt und jene, die losen Kontakt mit dem/der positiv getesteten MitarbeiterIn hatten. Enge Kontaktpersonen (direkter Körperkontakt bzw. weniger als 2 Meter Abstand für mehr als 15 Minuten innerhalb 48 Stunden vor dem Abstrich) werden so rasch als möglich getestet und müssen sich in behördlich verordnete Quarantäne begeben. Lose Kontaktpersonen werden erfasst und angehalten, soziale Kontakte, Reisetätigkeiten und die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel freiwillig stark zu reduzieren und ihren Gesundheitszustand aufmerksam zu überwachen. Das sieht die aktuelle „behördliche Vorgangsweise bei SARS-CoV2 Kontaktpersonen: Kontaktpersonennachverfolgung“ des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz in der Fassung vom 15. Mai 2020 vor.

Was bedeutet das für mich als Gast?

Die vorbeugenden Coronatestest werden zur Sicherheit von Mitarbeitern und Gästen durchgeführt. Sollte in einem Beherbergungsbetrieb ein Mitarbeiter/eine MitarbeiterIn positiv getestet werden, werden die Gäste des betreffenden Hauses informiert. Sowohl Anwesende, wie auch jene Gäste, die zeitnahe anreisen werden. Durch die Bereitschaft der Betriebe ihre MitarbeiterInnen freiwillig zu den Tests schicken, ihre uneingeschränkte Zusammenarbeit mit den Gesundheitsbehörden und der transparenten Information von Mitarbeitern und Gästen, sorgen wir für größtmögliche Sicherheit und Wohlbefinden im Urlaub.

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