Susa Schreiner

von Susa Schreiner

Die AllgĂ€uerin lebt seit ĂŒber 15 Jahren im oberbayerischen Exil und findet das ausgesprochen gut, vor allem weil sie es nach Tirol nicht weit hat, ihrer selbsterklĂ€rten Lieblingsregion. Susa schreibt am Liebsten ĂŒber ihre beiden Leidenschaften: Bergsport und Reisen. Wenn es ginge, dann wĂŒrde sich bei ihr an 365 Tagen alles nur um die Berge drehen: Als RĂŒckzugsort, Energiequelle und Spielplatz fĂŒr ihre Leidenschaften Klettern und Skitouren.

Mehr ĂŒber Susa Schreiner

Wilder Kaiser: 200 Jahre Kletter-Hotspot in Europa

von Susa Schreiner -

MajestÀtisch, mystisch und schicksalstrÀchtig

Ein Wochenende im „Kaiser“: 48 Stunden im Banne „ihrer MajestĂ€t“, die Kletterer mit allerhand FelsvergnĂŒgen lockt und wie in Adelskreisen ĂŒblich, auf eine lange Historie zurĂŒckblicken lĂ€sst.

Wilder Kaiser – ein Gebirge wie ein GemĂ€lde. Ein Gebirge, das mit seinen teils filigranen Felszacken und –nadeln und teils wilden und schroffen Formationen alle Blicke magisch auf sich zieht. Eine Diva, eine MajestĂ€t, die bitten lĂ€sst 
 Gekommen sind sie alle: Den Anfang machten Kletterpioniere wie Hans DĂŒlfer und Mathias (Hias) Rebitsch, spĂ€ter kamen Helmut Kiene und Reinhard Karl und es folgten Stefan Glowacz und Wolfgang MĂŒller, um nur einige zu nennen. Und heute?

Kletterparadies fĂŒr Jedermann: Von Achleiten bis Schleierwasserfall

Klettern Schleierwasserfall_Going_Foto von Felbert_Reiter (30)
Klettergarten Schleierwasserfall - das Mekka fĂŒr Extremkletterer

Heute treffen sich im Kaisergebirge Kletterer aus der ganzen Welt, um auf den Spuren der Pioniere sich wagemutig in deren kĂŒhnen Routen zu bewegen, oder um einige der europaweit hĂ€rtesten Sportkletterrouten am Schleierwasserfall zu klettern. Aber auch Genusskletterer und Familien kommen im „Kaiser“ voll auf ihre Kosten. Seine MajestĂ€t bietet einen bunten Garten Eden, an dem alle Bergsport- und Naturbegeisterten ihre Freude haben.

Ein Kaiser-Wochenende: Ideen fĂŒrs FelsvergnĂŒgen samt Augen- und Gaumenschmaus

Ein Tag im Klettergarten Wilderer Kanzel

Wilderer Kanzl Klettern_Wilder Kaiser_Foto Roland Schonner (7)
Klettergarten Wilderer Kanzel - 33 herrliche Routen

Schon die Auffahrt zum Ausgangspunkt an der Wochenbrunner Alm ist beeindruckend, schiebt sich doch das markante Gebirgsmassiv mit voller Wucht in den Blick und lĂ€sst einen lange Zeit in seinem Bann. Der Aufstieg zunĂ€chst auf breiter Forststraße bis zur GaudeamushĂŒtte verlĂ€uft kurz danach in einen schmaleren und etwas steileren Pfad. Links und rechts blĂŒhen im Sommer bunte Almwiesenblumen und betören mit ihren bunten Farben und ihrem Duft. Bienen und Schmetterlinge summen und flattern fleißig-munter von BlĂŒte zu BlĂŒte. Der Weg biegt und gibt einen Blick auf sanfte Almböden und das Tal frei. Das Klettergebiet selbst ist ideal fĂŒr heiße Sommertage geeignet, die Sonne zeigt sich in der Wand, aber die kĂŒhle Frische der Höhe von 1700 Metern schwĂ€cht die Hitze moderat ab. Der Klettergarten mit SĂŒd-West-Ausrichtung bietet 32 Routen in bestem Kalk. Bei den Schwierigkeiten ist von 4 bis 9 (1 Route) alles dabei, die Absicherung ist sehr gut auch fĂŒr erste Vorstiegsversuche geeignet.
Brotzeit und ausreichend zu Trinken sowie Sonnencreme mitnehmen. Nach einem herrlichen Klettertag geht es auf dem gleichen Weg zurĂŒck Richtung Tal. Die GaudeamushĂŒtte, liebevoll Gaudi-HĂŒtte genannt, lockt mit Kaiserschmarrn und KaltgetrĂ€nken.

Familienfreundlicher Kaiserklettergarten: Murmeltier- und Gamsfelsen

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Kaiserklettergarten - Die Übungskletterfelsen in Ellmau

Kleine Kraxlhelden werden die beiden idyllisch gelegenen KlettergĂ€rten Murmeltier- und Gamsfelsen lieben. Der Zustieg erfolgt von der Wochenbrunner Alm in ca. 40 Minuten zu den Felsriegeln, die nur wenige Gehminuten voneinander entfernt liegen. Lockmittel fĂŒr kleine Laufmuffel: Ein dicker Kaiserschmarren auf der GaudeamushĂŒtte, ein spaßiger Klettertag und spĂ€ter Rehe fĂŒttern und die weichen MĂ€uler streicheln an der Wochenbrunner Alm.
Insgesamt stehen kleinen Klettermaxen sowie Felsnovizen 16 perfekt abgesicherte Kletterrouten in den Schwierigkeitsgraden 3 bis 7 (ein Tour) zur VerfĂŒgung. Die neu eingerichteten SportklettergĂ€rten sind perfekt abgesichert fĂŒr erste Vorstiegsversuche.
WĂ€hrend der Gamsfelsen versteckt in einer kleinen Mulde liegt, kommen am Murmeltierfelsen Wanderer vorbei – die staunend den Kletterern zugucken und gerne auf den bequemen HolzbĂ€nken eine Pause einlegen. Der Platz ist auch fĂŒr ganz kleine Outdoorfans geeignet, da die Felsen in einem nicht abschĂŒssigen Gebiet liegen. Picknickdecke mitbringen.

Der Klamml-Klettersteig bittet zum Eisentanz

Klettersteig Klamml_Wilder Kaiser_Foto Peter von Felbert (48)
Klettersteig Klamml: Schwierigkeit C/D + spektakulĂ€re ZweiseilbrĂŒcke

Die Mischung macht`s – warum also nicht mal die Kletterschuhe gegen die Wanderschuhe eintauschen und anstatt ein Kletterseil, das Klettersteig-Sicherungsset in der Anseilschlaufe einbinden. Von der Wochenbrunner Alm geht es ĂŒber die GaudeamushĂŒtte, vorbei am Murmeltierfelsen zum Einstieg des Klamml-Klettersteigs.
Die Aussicht im 2013 eröffneten Steig ist gigantisch, der Tiefblick auch 
 Schon auf den ersten Metern heißt es ordentlich zupacken und die FĂŒĂŸe gut setzen. Wer noch nie in einem Klettersteig unterwegs war, kann die AblĂ€ufe im nahegelegenen Übungsklettersteig ausprobieren und trainieren. Der erste Abschnitt endet mit einer kleinen Mutprobe: auf zwei wackeligen Drahtseilen gilt es in luftiger Höhe die Klamm zu ĂŒberqueren. Augen auf und genießen – fĂŒr alle anderen besteht hier die Möglichkeit den Klettersteig zu beenden. Auf der anderen Seite der SeilbrĂŒcke geht es dann in einem kurzen aber krĂ€ftigen StĂŒck weiter bergwĂ€rts. Da brennt der Bizeps und die Brust schwillt an vor lauter Stolz. Noch wenige Höhenmeter trennen uns vom Ausstieg und einem sanften Weg durch Latschen zum Wanderweg. So ein Abenteuer verlangt nach einer deftigen Brotzeit auf der GruttenhĂŒtte. Das Alpenvereinshaus liegt wie ein Adlerhorst und bietet von der herrlichen Sonnenterrasse traumhafte Ausblicke ins Tal und auf die gegenĂŒberliegenden Berge. Seine MajestĂ€t, der Kaiser, hat mit der „Ellmauer Halt“ seinen höchsten Gipfel als Wachposten hinter der HĂŒtte positioniert – der mĂ€chtige Gipfel wacht ĂŒber die HĂŒttenbesucher. Der Weg zurĂŒck zum Parkplatz an der Wochenbrunner Alm fĂŒhrt das letzte Drittel durch einen dunklen Bergwald, der vor allem im Sommer fĂŒr angenehme Temperaturen sorgt.

Regionaler Energiekick fĂŒr sportliche Draußen-Tage

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Landhotel Föhrenhof *** in Ellmau

Das Landhotel Föhrenhof, etwas außerhalb von Ellmau gelegen, punktet durch ruhige Zimmer mit breiter Fensterfront, die einen unverbauten Blick auf den Kaiser bieten. Wahrlich ein erhabenes GefĂŒhl vom Bett aus seiner MajestĂ€t eine Gute Nacht zu wĂŒnschen.
In der KĂŒche fĂŒhrt Robert Told das Regiment. Er fĂŒhrt gemeinsam mit seiner Frau das Familienunternehmen in der zweiten Generation weiter. Sein Credo: Regionale Produkte, frisch zubereitet. HalbpensionsgĂ€ste können aus 3 unterschiedlichen Hauptgerichten wĂ€hlen – und auch Vegetariern wird hier ein Herz geschenkt.
Das FrĂŒhstĂŒcksbuffet bietet alles was Bergsportler fĂŒr lange Tage benötigen von Eiweiß ĂŒber MĂŒsli, Obst, Vollkornbrot und leckerem Tiroler KĂ€se – alles dabei.

Weitere Hotelinformationen und Buchung möglich unter: www.foehrenhof-ellmau.at

Berge in Flammen – Sommersonnwendfeuer

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Sonnwendfeuer am Wilden Kaiser

Am Wochenende um den 21. Juni wird in der Region Wilder Kaiser, wie in ganz Tirol, Sonnwend gefeiert. Auf jedem Gipfel, in jedem Kar auf jedem HĂŒgel werden ab der DĂ€mmerung Feuer entzĂŒndet. Am besten kann man dieses magische Spektakel von der Kaiser-GegenĂŒberliegenden Bergseite genießen. Am Sonnwend-Samstag haben extra dafĂŒr alle Bergbahnen geöffnet. GĂ€ste mit einem Tagesticket können umsonst nach oben schweben und bei einem leckeren Abendessen im Bergrestaurant die Feuer am Kaiser betrachten.

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GaudeamushĂŒtte in Ellmau

GaudeamushĂŒtte – Die AlpenvereinshĂŒtte der Sektion Main-Spessart rĂ€umte im Jahr 2017 als „Österreichs liabste Hittn“ ab. Hausgemachte Kuchen auf der Sonnenterrasse mit Talblick lassen die Wander- und Kletterstrapazen schnell vergessen.
Weitere Informationen und Buchung unter: www.dav-main-spessart.de

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GruttenhĂŒtte in Ellmau

GruttenhĂŒtte – Die AlpenvereinshĂŒtte der MĂŒnchner Sektion Turner AlpenkrĂ€nzchen steht wie ein Adlerhorst auf einem Plateau ĂŒber den WesthĂ€ngen des Gruttenkopf`s.
Weitere Informationen und Buchung unter: www.gruttenhuette.at

Wochenbrunner Alm im Sommer_Ellmau_TVB Wilder Kaiser
Wochenbrunner Alm in Ellmau

Wochenbrunner Alm – Ausgangspunkt fĂŒr Wanderer, Kletterer und Klettersteiggeher ist die Wochenbrunner Alm. Die große Terrasse mit angrenzendem Wildpark lĂ€dt zum erholsamen Ausklingen grandioser Tage ein.

Alle UnterkĂŒnfte sowie viele weitere Tourentipps und Wochenprogramme finden Sie unter: www.wilderkaiser.info

Kurz nachgefragt bei: Marcus Sappl, Tourismusmanager Scheffau und begeisterter Kaiser-Kletterer

Was macht fĂŒr Dich das Klettern im Wilden Kaiser einzigartig?

Die Lage, gut mit Auto, Bahn, oder wie frĂŒher mit dem Fahrrad erreichbar. Du kannst dir je nach Wetter Nord- oder SĂŒdwĂ€nde aussuchen. Es ist fĂŒr jeden Geschmack Kletterkost vorhanden, Ob 3er- oder 4er-Routen oder fĂŒr den Hardmover im 10.Grad. Absicherung von Plaisir bis fast ganz ohne Haken.

Warum sollte jeder Kletterer einmal im Wilden Kaiser geklettert sein?

Der harte und strukturierte Wettersteinkalk des Kaisergebirges gibt dir als Kletterer ein unglaubliches Erlebnis zurĂŒck, wenn du dich auf ein Spiel mit seinen Besonderheiten einlĂ€sst. Nicht umsonst wurde hier im Kaiser immer wieder Klettergeschichte geschrieben, die Besten jeder Epoche des Kletterns hinterließen ihre Spuren im Koasa. Nicht zu vergessen 1977 wurde mit den Pumprissen die erste Tour im 7. Grad erstbegangen, und damit die UIAA Skala nach oben geöffnet. Darum sollte jeder Alpinkletterer, einen Klassiker oder eine Plaisirtour vom Wilden Kaiser in seinem Tourenbuch stehen haben.

Wie sieht fĂŒr Dich ein perfekter Kaiser-Kletter-Tag aus?

Mit einem guten Freund an nahezu perfektem Fels und nervenschonender Absicherung unterwegs zu sein. Danach auf einer BerghĂŒtte zu sitzen, das Tourenabschlussbier zu genießen, und wie es unter Kletterern ĂŒblich ist, mit Gleichgesinnten ĂŒber die gerade gemachten Klettermeter zu philosophieren.

Klettergeschichte – wie alles begann

DĂŒlfer, Rebitsch & Co. – der Kaiser bittet zur Fels-Audienz

Schon im 19. Jahrhundert erlebte die Region Wilder Kaiser seine erste Kletter-Hochphase samt touristischer Erschließung: Alpinismus und Tourismus gehören im „Kaiser“ zusammen wie DĂŒlfer und die Fleischbank-Ostwand. Der gebĂŒrtige Wuppertaler kam 1911 fĂŒrÂŽs Studium nach MĂŒnchen – die NĂ€he zu den Alpen war zu verlockend. Und so war DĂŒlfer auch mehr in den FelswĂ€nden anzutreffen als im Hörsaal. Ganze 50 Erstbegehungen in 4 Jahren gehen auf sein Konto – viele davon im Kaisergebirge. Die Anbindung mit der Bahn bis Kufstein war perfekt und wurde zu Anfang des 20. Jahrhunderts von Kletterern und Erholungssuchenden gleichermaßen rege genutzt. DĂŒlfer hĂ€tte sich in heutiger Zeit sicherlich ein Ferienticket gelöst, bei derlei vielen „Kaiser-Audienzen“. Und so wundert es auch nicht, dass beispielsweise die Totenkirchl-Westwand und die Fleischbank-Ostwand durch den Kletterpionier DĂŒlfer erstbestiegen wurden. Auch Mathias (Hias) Rebitsch war ein umtriebiger Chemiker, der von Innsbruck aus mit Rad und Bahn ins Gebirge fuhr. Es ist wohl anzunehmen, dass er am Chemielabor vorbeigefahren ist. Seine Forschungen aber fanden allesamt in den Bergen statt. Rebitsch erforschte mit Hingabe FelswĂ€nde auf ihrer Kletterbarkeit. Eines seiner Meisterwerke ist der „Rebitschriss“ am Fleischbankpfeiler. Die alpine Tour zĂ€hlte lange Zeit zu den schwierigsten Routen im Kaiser und wird auch heute noch als „ernste Risskletterei“ beschrieben.

Neue KletterĂ€ra – neues Kaisergewand: „Des Kaisers neue Kleider“

Neben den Alpinklassikern, die durch ihre teils sehr spĂ€rliche Absicherung einiges an KĂŒhnheit, Wagemut und NervenstĂ€rke abverlangten und auch immer noch abverlangen, etablierten sich im Kaiser auch eine neue Generation Kletterer, die alpine Sportkletterrouten in höchsten Schwierigkeitsgraden eröffneten. Mit Ausnahmekletterer Stefan Glowacz begann die Erschließungswelle der Plaisirrouten im Kaiser. Mit seiner Route „Des Kaisers neue Kleider“ setzte er ein beachtliches Plaisir-Statement am Fleischbank-Pfeiler. Bis heute finden ortskundige „Koasakraxla“ neue Linien die zum Klettern einladen.

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Die AllgĂ€uerin lebt seit ĂŒber 15 Jahren im oberbayerischen Exil und findet das ausgesprochen gut, vor allem weil sie es nach Tirol nicht weit hat, ihrer selbsterklĂ€rten Lieblingsregion. Susa schreibt am Liebsten ĂŒber ihre beiden Leidenschaften: Bergsport und Reisen. Wenn es ginge, dann wĂŒrde sich bei ihr an 365 Tagen alles nur um die Berge drehen: Als RĂŒckzugsort, Energiequelle und Spielplatz fĂŒr ihre Leidenschaften Klettern und Skitouren.

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