Claudia Böttcher

von Claudia Böttcher

Seit die Berlinerin in München lebt, ist sie regelmäßig in den Bergen anzutreffen, sei es auf Ski oder in Wanderschuhen. Aber auch sonst zieht es die Redakteurin in die Welt hinaus. Mit ihren Kindern ist sie häufig rund um dem Globus unterwegs und berichtet davon auf ihrem Blog Fernweh mit Kids. Ob Kambodscha, Indien oder Vietnam ... zwischen ihren exotischen Trips kommt sie immer wieder zum Wilden Kaiser zurück.

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Der Krampus ist los

von Claudia Böttcher -

In zwei Wochen ist es wieder so weit, der Nikolaus zieht nach Going ein. Doch während er sich von seiner gütigen Seite zeigt und allerlei Leckereien an die Jüngsten verteilt, treiben an seiner Seite finstere Gesellen ihr Unwesen. Dezember in den Alpen – Zeit für das Krampustreiben.

In nördlichen Teilen Deutschlands ist er so gut wie unbekannt, überall in der Alpenregion, ob Österreich, Italien oder auch Bayern, ist er dagegen aus der Adventszeit kaum wegzudenken, der Krampus. Er ist der unheimliche Gesell an der Seite des freundlichen Nikolaus. Während Letzterer bei unartigen Kindern gerne mal ein Auge zudrückt, verschafft sich der Krampus mit seinem bedrohlichen Aussehen den nötigen Respekt.

Der Krampus ähnelt äußerlich ebenso dem Teufel wie auch mystischen Figuren und Tiergestalten. Der Name leitet sich von mittelhochdeutsch Krampen „Kralle“ oder bairisch Krampn „etwas Lebloses, Vertrocknetes, Verblühtes oder Verdorrtes“ ab. In vielen Regionen hat sich die Gestalt des Krampus mit dem Perchtenbrauchtum vermischt.

Perchten sind im alpenländischen Brauchtum vorkommende Sagengestalten, die vor allem von Ende Dezember bis Anfang Januar auftreten. Die Perchten verkörpern zwei Gruppen, die „guten“ Schönperchten und die „bösen“ Schiechperchten (schiech: ausgesprochen schiach, betont auf dem i = hässlich, schlimm, böse). Wichtigstes Utensil der Perchten ist die Glocke, mit der nach landläufiger Meinung die bösen Geister des Winters ausgetrieben werden.

2015_11_22 Der Krampus ist los 1

Im Unterschied zu den Perchten, die in den Rauhnächten (einige Nächte um den Jahreswechsel, denen im europäischen Brauchtum besondere Bedeutung zugemessen wird) laufen, gehören die Krampusse ausschließlich zum Adventsbrauchtum.

In vielen Gemeinden und Dörfern gibt es auch heute noch Krampusumzüge, bei denen die Krampusse unter lautem Geläut ihrer Glocken durch die Straßen ziehen. Dabei machen sie durchaus auch Gebrauch von ihren langen Ruten. Das Tuifltratzen (Tirol) oder Kramperltratzn (bairisch), das für reizen oder frotzeln steht, ist mancherorts eine Mutprobe der Kinder, die versuchen, die Krampusse zu reizen, ohne erwischt oder geschlagen zu werden.

Der Krampustag ist üblicherweise der 5. Dezember, während das Fest des Heiligen Nikolaus in der Regel auf den 6. Dezember fällt. Häufig jedoch erscheinen beide Gestalten gemeinsam.

Wer in der Adventszeit noch ein bisschen Nervenkitzel sucht und dem Teufel einmal leibhaftig begegnen will, der ist am 06. Dezember ab 19 Uhr in Going bestens aufgehoben. Gute Unterhaltung beim Höllenspektakel ist auf jeden Fall garantiert.

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Seit die Berlinerin in München lebt, ist sie regelmäßig in den Bergen anzutreffen, sei es auf Ski oder in Wanderschuhen. Aber auch sonst zieht es die Redakteurin in die Welt hinaus. Mit ihren Kindern ist sie häufig rund um dem Globus unterwegs und berichtet davon auf ihrem Blog Fernweh mit Kids. Ob Kambodscha, Indien oder Vietnam ... zwischen ihren exotischen Trips kommt sie immer wieder zum Wilden Kaiser zurück.

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