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Als ich das erste Mal am Set war dachte ich, dass ich jetzt die Leute sehen könnte die den einfachen Job schlecht hin haben. Nach dem Motto: „Ein bisschen Text lernen und dann das große Geld verdienen“. Aber damit habe ich mich ziemlich getäuscht.
Am Set angekommen habe ich mich bei allen vorgestellt und der einzige der eine Ahnung hatte wer ich war, war unser „Bergdoktor“ Hans Sigl. Er ist einer der wenigen der die gesamte Dispo (Informationen zum nächsten Drehtag) liest. Dann durfte ich zusehen wie ein Dreh so läuft. Es wird ein Bild festgelegt und dieses wird dann gedreht. Der Regisseur sagt daraufhin ob es akzeptabel war oder ob nicht. Bei Versprechern der Schauspieler wird sowieso alles wiederholt. Aber es gibt noch genügend andere Kriterien, die die Schauspieler zu erfüllen haben. Zum Beispiel immer die Gefühle so zu spielen als wären sie echt. Manchmal ist das gar nicht so leicht fröhlich zu sein, wenn draußen eiskaltes Wetter und Sturm ist. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Mimik und die Gestik. Alles muss stets zum Charakter des Gespielten passen. Fixe Arbeitszeiten gibt es für Schauspieler auch nicht. Wenn ein Nachtdreh ansteht wird in der Nacht gedreht und wenn um halb 5 in der Früh gedreht werden soll wird um halb 5 in der Früh gedreht. Andere unangenehme Gegebenheiten sind auch Drehs im Wasser oder im Gebirge. Da Bergseen bei unser meistens eine relativ niedrige Temperatur haben kann das ganz schön erfrischend sein. Gebirgsmäßig mussten sich einige Schauspieler wirklich überwinden. Denn sie hatten Höhenangst. Was recht doof ist wenn man an einem 100 Meter Abhang sitzen soll. Alles in allem haben es also Schauspieler beim Filmen gar nicht so leicht wie man sich vielleicht denkt.
Grüße vom eingeschneiten Wilden Kaiser,
Euer Bergdoktorpraktikant |