Eine fast vergessene Naturoase wird aus dem Dornröschenschlaf erweckt – Die „Moor & more Erlebniswelt am Wilden Kaiser“ macht diese erlebbar.
Rund um die Moore südlich des Wilden Kaisers gibt es zwei Wanderrouten. Beide wollen die Natur näher zum Menschen bringen. Eine Wanderroute widmet sich vor allem Jugendlichen, die zweite eignet sich hervorragend für Kinder. Ausgangspunkt für den Jugend-erlebnisweg kann zum einen der Parkplatz des Badesees Going sein. Zum anderen ist ein Einstieg beim Parkplatz des „Törfchenspielplatzes“ beim Gasthof Römerhof in St. Johann in Tirol möglich. Dieser kann auch für das Erleben des Kindererlebnisweges genutzt werden.
Was Moore so einzigartig macht
Moore zählen zu den so genannten Feuchtgebieten der Erde und sind ein von Wasser geprägter Lebensraum. Sind sie intakt, erfüllen sie vielfältige Funktionen auch für uns Menschen. Zum einen speichern sie Kohlenstoff im Boden und verringern dadurch den Treibhauseffekt. Zum anderen können sie enorm viel Wasser aufnehmen und mildern dadurch bei Starkregenereignissen die Hochwasserspitzen ab. Sie geben das zusätzlich aufgenommene Wasser nur langsam an die Umgebung ab und belasten dadurch die ohnehin vollen Bäche nur mit verhältnismäßig geringen Wassermengen.
Die Moore des Wilden Kaisers
Das Kaisergebirge erstreckt sich auf einer Länge von in etwa 14 Kilometern. Es ist Heimat hochsensibler Lebensräume.
Dazu zählen auch die Moore. Hüttlmoos, Windwehenmoos, Steinbichlwaldmoor, um nur ein paar von ihnen zu nennen, sind Relikte längst vergangener Tage. Sie sind die „Überbleibsel“ der letzten Eiszeit.
Ausgestattet mit Rätselheften wird das Moorgebiet am Wilden Kaiser für Kinder und Jugendliche zum einmaligen Erlebnis. Törfchen, Steinchen, Rocky begleiten Sie und geben geben immer wieder hilfreiche Tipps.
Wenn alle Aufgaben richtig gelöst wurden wartet am Ende eine tolle Überraschung auf alle Rätselfreunde. Die Rätselhefte sind im Informationsbüro Going erhältlich.
Die Rundwege bieten:
attraktive, kinderwagen- und behindertengerechte Wege
unterhaltsame & informative Thementafeln
hautnah eine einzigartige Fauna & Flora
Der Naturtrail
Einstieg von Going aus: Parkplatz bei Going
Gehzeit: ca. 3 Stunden für Familien
Vom Parkplatz Aschau geht es den Forstweg geradeaus bergauf bis zur nächsten Wegkreuz-ung, bei der es rechts zum Hüttlmoos und links zur Jausenstation Graspoint-Niederalm geht. Gehen Sie Richtung Hüttlmoos - die Thementafeln und auch die Schilder für die Erlebniswege begleiten Sie dabei. Dann zweigen Sie rechts den Forstweg ab zum großen Rundweg, dort erwartet Sie auf dem Aussichtsturm ein Rundblick auf das Kaisergebirge und das Moor. Weiter geht es rechts dem blauen Pfeil nach über einen Waldpfad. Nach der Überquerung eines Baches kommen Sie aus dem Waldpfad hinaus auf einen Forstweg, in den Sie links einbiegen und zur nächsten Kreuzung hinunter gehen. Gehen Sie weiter den Rettenbach entlang bis zum Parkplatz. Dann überqueren Sie den Rettenbach und nehmen bei der nächsten Kreuzung den Forstweg rechts Richtung “Windwehenmoos”. Von hier aus weiter zurück zum Rettenbach - hier nehmen Sie bitte den kleinen Pfad zwischen den Fichten zum Römerhof.
Wieder auf der Straße angelangt, geht es gleich links neben dem Moor entlang der Schotterstraße über Aschau zurück zum Ausgangspunkt. Die Schilder für die Erlebniswege begleiten Sie dabei. Als Erstes erwartet Sie ein Rundblick auf das Kaisergebirge und das Moor.
Wasser und Licht – viel mehr brauchen die Moorpflanzen nicht zum Überleben. Sie sind perfekt an die extremen Bedingungen der Moore angepasst, reagieren jedoch umso empfindlicher auf jede Veränderung ihres Lebensraums. Die bekannteste und wohl charakteristischste Pflanze des Moores ist das Torfmoos. Es speichert das bis zu 30-fache seines Gewichtes an Wasser. Der absterbende Teil des Torfmooses trägt zur Bildung von Torf bei. Die Torfschichten ihrerseits bilden das Substrat für zahlreiche andere, teils gefährdete Pflanzenarten, wie z.B. den Sonnentau aus der Gruppe der fleischfressenden Pflanzen. Im Frühsommer verleiht die Blüte der Wollgräser den Mooren des Kaisergebirges einen weißen, wunderschönen Schimmer. Das Wollgras bildet lockere Rasen und pflanzt sich durch Ausläufer fort.
Auch Seggen, Binsen und Simsen sind am Randbereich des Moores zu finden. Sie zählen auch zur Gruppe der Sauergräser und bilden hier die charakteristischen “sauren Wiesen”. Früher wurden diese zur Gewinnung von Pferdeheu laufend gemäht, heute werden sie wegen ihres geringen Nährwertes kaum mehr verwendet, was zu einer Verbuschung von Flächen geführt hat.
Am Hüttlmoos ist, wie schon erwähnt, die Gelbbauchunke anzutreffen. Dieser 5 cm große Frosch-lurch verdankt seinen Namen, seinem gelben Bauch. Im Gegensatz zu den nahen Verwandten, der heimischen Rotbauchunke, hat die vor allem im Bergland vorkommende Gelbbauchunke keine Schallblase - sie ruft in leisen Flöttönen.
Die Moore bilden auch ein Eldorado für diverse Arten von Vögeln, Schmetterlingen, Spinnen und Libellen. Zahlreiche Arten von Libellen sind hier noch zu Hause - unter ihnen die zweigestreifte Quelljungfer.
Dieses Projekt wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) kofinanziert “Moor & more Erlebniswelt am Wilden Kaiser” ist das Folgeprojekt des Interreg IIIA Projektes “Moor & more” das im Jahr 2007 umgesetzt wurde. Gleichsam ist es Partnerprojekt des Interreg IVA Bayern - Österreich Projektes “Moor Allianz in den Alpen”, das fünf Moorregionen in Bayern, Tirol und Salzburg miteinander vernetzt. Das sind das Ökomodell Achental, die Gemeinde Raubling, die Gemeinde Walchsee, der Tourismusverband Wilder Kaiser & die Leader Region Nationalpark Hohe Tauern.