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Die Besiedlung des Tales hat um
ca. 600 n. Chr. eingesetzt. Zeugen dieser Landnahme durch die Bajuwaren sind die vielen alten Bauernhöfe, deren Namen auf "-ing" enden.
Die erste urkundliche Erwähnung von Söll erfolgt verhältnismässig spät, nämlich erst 1217 bei der Errichtung des Bistums Chiemsee. Damals heisst es "sel", 1480 dann "seel" und
seit 1615 "Söll".
Die Herkunft des Namens lässt einige Deutungen zu und ist auch heute noch nicht eindeutig geklärt. Der Diözesanhistoriker Dr. Mayer nimmt an, dass das Wort auf das mittelhochdeutsche "selida" (Ort, Haus, Herberge, Wohnung) zurückzuführen ist.
1342 erhielt die Tiroler Landesfürstin Margarete Maultasch anlässlich ihrer Heirat mit Ludwig, dem Sohn des gleichnamigen Kaisers, die Gerichte Kufstein, Kitzbühel und Rattenberg als "Morgengabe". Die Vermutung, dass sich die Fürstin zur Jagd gelegentlich in Söll aufgehalten hat, ist berechtigt; bauliche Eigenheiten sowie verschiedene Dokumente zu Juffing auf dem Paisslberg deuten darauf hin.
1504 kam Söll mit oben genannten Gerichten endgültig zu Tirol. Abseits bedeutender Verkehrswege blieb das Dorf grossteils von kriegerischen Ereignissen verschont. Lediglich in den Tiroler Freiheitskriegen kam es 1809 auf Söller Boden zu einem kleinen Gefecht, von dem eine Tafel beim Heldendenkmal im Schnapflwald genaueres berichtet. Söll wurde bis zum Wiener Kongress 1814 bayrisch.
In die Zeit der bayerischen Herrschaft fiel auch der Feldzug Napoleons nach Russland. Johann Koller, Bauer zu Kronegg, so berichtet die Chronik, war einer der wenigen, die mit Napoleon den russischen Winter 1812/13 überstanden. Die Strapazen dieses Feldzuges dürfte Koller gut hinter sich gebracht haben - er starb jedenfalls erst mit über 100 Jahren und gilt damit als der bis heute älteste Söller.
Erst
das Ende des 2. Weltkrieges brachte das Dorf in
grosse Gefahr. Am 5. Mai 1945 - alle Fronten waren bereits zusammengebrochen - befahl Generaloberst Ritter von Hengl, die von Wörgl vorrückenden amerikanischen Verbände in Söll aufzuhalten. Die Bewohner flüchteten in die Berge, als von deutschen Verbänden eine letzte Verteidigungslinie im Ort aufgebaut wurde. Es kam zu einem Gefecht, in dessen Verlauf einige amerikanische Panzer abgeschossen wurden. Nach einer halben Stunde kam der Befehl zur Feuereinstellung, und diesem Umstand war es zu verdanken, dass es zu keiner Katastrophe kam.
Am 7. Mai 1945 ergab sich Ritter von Hengl und mit ihm die letzte Gruppe der Deutschen Wehrmacht in der Stube des Gasthofes Post. So gelangte Söll noch zu einer kriegsgeschichtlichen Berühmtheit.
In den
50er Jahren begann dann der Aufstieg von Söll als bekannter Tourismusort. 1953 verbrachten 250 Gäste ihre "Sommerfrische" hier, 1959 wurde die Lift AG gegründet und der erste Lift auf die Hohe Salve gebaut. Mit der Gründung der Verkehrsvereins, dem heutigen Tourismusverband begann die gezielte Arbeit im Fremdenverkehr, mit den ersten Prospekten und Angeboten wurde um den Urlauber geworben.
Heute darf sich Söll als Teil der
SkiWelt Wilder Kaiser Brixental zur grössten Tourismusregion Tirols zählen und ist stolz auf seine intakte Natur, seine Gastfreundlichkeit und sein nach wie vor unvergleichliches Angebot für den Gast - Sommer wie Winter. |