Scheffau am Wilden Kaiser ist mit seinen rund 1.300 Einwohnern und 2.200 Gästebetten die kleinste der Kaisergemeinden im Rahmen des Planungsverbandes 31 „
Wilder Kaiser“.
Die 17 Ortsteile
Dorf, Am Trattenbach, Bärbichl, Blaiken, Bruggenmoos, Gaisberg, Hinterstein, Leiten, Niederachen, Oberau, Oberfeld, Ötting, Schwarzach, Seebach, Sonnwies, Steinberg und Wegscheid – erstrecken sich über sonnige Terrassen und flache Hangstücke sowohl nördlich, als auch südlich des Talbodens, der von der „Weißache“ durchflossen wird.
Der Dorfkern
liegt abseits der Hauptverkehrsachse B 178 – Loferer Straße, die zwar eine verkehrsmäßig gute Anbindung an die A 12 – Inntalautobahn und die Wirtschaftsräume Kufstein, Wörgl und St. Johann in Tirol bildet, durch das hohe Verkehrsaufkommen aber auch nicht unwesentliche Belastungen mit sich bringt.
Das Gemeindegebiet
ist 3.145 ha groß, mehr als die Hälfte davon, 1.680 ha, sind Wald, 495 ha sind landwirtschaftliche Nutzfläche, 406 ha Alpen, 440 ha sonstige Flächen. Weitere 10 ha sind Baufläche, 19 ha Verkehrsfläche, 65 ha Gewässer und 31 ha Gärten.
Ein Großteil des Gemeindegebietes liegt im Naturschutzgebiet "Kaisergebirge".
Das Schmuckstück des Naturschutzgebietes ist der 4 km vom Ort entfernte und auf einer Höhe von 883 m gelegene Hintersteinersee (56 ha groß und bis zu 36 m tief), wohl einer der schönsten Bergseen Tirols, der noch das schon sprichwörtliche kristallklare Wasser besitzt und wo das erfrischende Bad im See noch wörtlich genommen werden kann.
Vor Beginn der wirtschaftlichen Aufwärtsentwicklung in den 50iger Jahren unseres Jahrhunderts war Scheffau vorwiegend Bauerndorf. 1949 zählte man 82 landwirtschaftliche Mittel- und Kleinbetriebe und 34 Gewerbetreibende, darunter 4 Gasthäuser. Im 18. Jahrhundert hatte immerhin ein gewerblicher Großbetrieb, die Sensen- und Waffenschmiede Ralser, ihren Standort in Scheffau, die jährlich mehr als 30.000 Stück Sensen in alle Welt lieferte.
Auf Grund des wirtschaftlichen Aufschwungs, verursacht durch den wachsenden Tourismus, hat sich die Häuserzahl von 1950 bis heute mehr als verdreifacht. Hotel- und Gasthofbauten, Fremdenpensionen, Eigenheime, Ferienhäuser, Wochenendhäuser und Zweitwohnsitze schossen wie Pilze in großer Zahl aus dem Boden.
Diese Entwicklung begünstigte die berufsmäßige Umstrukturierung auf Kosten der Landwirtschaft zugunsten der gewerblichen Wirtschaft. Heute betreiben die Bauern ihre Landwirtschaft hauptsächlich als Nebenerwerb.
Tourismus
Als Tourismusort hat Scheffau eine lange Tradition die bis in die Zeit der Jahrhundertwende zurückreicht, als man begann in die Sommerfrische zu fahren. Zur gleichen Zeit wurde auch das Bergsteigen "entdeckt" und da war Scheffau idealer Ausgangspunkt für zahlreiche Bergtouren, was es durch die unmittelbare Nähe zum Kaisergebirge und die zum größten Teil gut markierten Steige und Kletterrouten heute mehr denn je ist.
Der Wintertourismus begann in sehr bescheidenem Umfang mit dem Bau des ersten Schleppliftes im Jahr 1962 und nahm mit der Gründung der Bergbahn Scheffau und der damit verbundenen Erschließung des Schigebietes „Brandstadl“ bis heute einen rasanten Aufschwung.
Durch den Zusammenschluss der Schigebiete von Scheffau – Going – Ellmau – Söll – Itter – Hopfgarten – Westendorf und Brixen zur „
Skiwelt Wilder Kaiser – Brixental“ entstand das größte zusammenhängende Schigebiet Österreichs, das auf einer Fläche von ca. 150 km² mit über 90 modernsten Seilbahn- und Liftanlagen, sowie bestens präparierten und zu einem großen Teil technisch beschneiten Pisten im Stande ist, auch international jedem Vergleich standzuhalten.
1. Kneipp_Erlebnisdorf Tirols
Mit der Ernennung zum „1. Kneipp-Erlebnisdorf Tirols“ im Juni 2007 gelang Scheffau bereits ein erster wichtiger Schritt zur geplanten zukünftigen touristischen Weiterentwicklung im Bereich der Gesundheit.