|
 |  | DIREKT-ANFRAGE Stellen Sie eine unverbindliche Angebots- anfrage an die Vermieter |  |
|
 |
|
Alexander Huber Interview |
|
|
|
|
|
|
„Der Kaiser ist die Krone der Region“
Der Fels ist sein Lebenselixier, der Wilde Kaiser seine zweite Heimat. Der bayerische Kletterprofi Alexander Huber erzählt im Interview von seiner Verbindung mit der Region, der Faszination des Klettersports und dem Spiel mit der Angst.
Was verbindet Sie mit dem Wilden Kaiser?
Alexander Huber: Aus Sicht des Bergsteigers bin ich dort gewissermaßen groß geworden – mindestens ebenso wie in meinem Heimatgebirge, den Berchtesgadener Alpen. Schon in meiner Kindheit war ich hier auf einigen Bergen unterwegs. Später kam dann der Schleier Wasserfall als besonderes Sportklettergebiet dazu – dieser ist heute noch das Aushängeschild Österreichs, das Routenangebot ist überwältigend. Mein besonderer Bezug kommt auch daher, dass ich hier 1994 und 1996 die damals schwierigsten Routen der Welt eröffnet habe. Dementsprechend habe ich sehr viel Zeit in diesem Gebiet verbracht und fühle mich deshalb mit diesem Gebirge auch sehr verbunden. |
|
 | .jpg) |  | Alexander Huber free solo im Opportunist X (Schleierwasserfall), by Michael Meisl |  |
Was macht den Schleier Wasserfall so einzigartig?
Er besticht durch sein extremes Gelände. Die weit überhängende Wand ist sensationell, dadurch stürzt der Wasserfall relativ weit entfernt von der Wand in die Tiefe. In diesem Gelände zu klettern, schaut nicht nur abgefahren aus, sondern ist auch ein unbeschreibliches Gefühl. Ich habe am Schleier Wasserfall einen neuen Horizont erreicht.
Welche Lieblingsrouten haben Sie abseits des Schleier Wasserfalls im Kaisergebirge?
Die Steinerne Rinne ist natürlich das Eldorado, wenn es um alpine Routen geht – sowohl mit dem Predigtstuhl auf der einen, als auch mit der Fleischbank auf der anderen Seite. Diese drei sind sicherlich die Kletterberge schlechthin im Wilden Kaiser.
Worin steckt für Sie die Motivation, immer wieder neue Routen im Kaiser zu klettern?
Im alpinen Gelände des Kaisers habe ich relativ wenige Erstbegehungen gemacht, da das Gebirge eigentlich schon weitestgehend erschlossen ist. Ich habe vielmehr alle bestehenden Routen mehrmals wiederholt, da ich am Kaiser besonders die Felsqualität und die Vielzahl der Möglichkeiten schätze – von der modernen Sportkletterroute bis hin zur klassischen oder abenteuerlichen Route lässt sich alles finden.
Was schätzen Sie außer den zahlreichen Kletterrouten noch an der Region?
Das Kaisergebirge ist an sich einfach wunderschön – nicht nur wegen der spektakulären Routen, sondern auch aufgrund der außergewöhnlichen Formation. Das liegt sicher auch an der markanten und isolierten Lage. Direkt gegenüber sind die Kitzbüheler Alpen zu sehen, diese sind deutlich weniger ausgeprägt als der Wilde Kaiser. Deshalb kann man den Kaiser durchaus als Krone der gesamten Region bezeichnen.
Wie ist Ihre Leidenschaft für den Klettersport entstanden?
In erster Linie durch meinen Vater, der heute noch begeistert in den Bergen unterwegs ist. Er hat meinen Bruder und mich in frühester Kindheit zum Klettern und Bergsteigen animiert. Wir haben es ihm auch nicht allzu schwer gemacht und waren sehr leicht dafür zu begeistern – wir haben ihn so oft wie möglich auf den Berg begleitet.
Worin liegt Ihrer Meinung nach die Faszination des Klettersports?
Ich denke, es gibt viele Wege, ein Leben so zu gestalten, dass man glücklich ist. Und einer davon ist das Bergsteigen. Wenn man auf einen Berg klettert, dabei enorm viel Einsatz bringt und dann am Ende des Tages oben ankommt, schafft man sich einen unvergesslichen Moment. Diese Eindrücke sind so intensiv, dass sie auch nach vielen Jahren noch in Erinnerung bleiben – alles andere wird in diesem Augenblick am Berg in den Schatten gestellt, du denkst nicht an die Vergangenheit, nicht an die Zukunft. Vielmehr lebt man im Jetzt und setzt sich eindringlich mit der Natur auseinander. |
|
|
 | .jpg) |  | Schleierwasserfall - der Anziehungspunkt für Extremkletterer |  |
Sie sind ein Mann der Extreme, klettern seit Jahren immer wieder in der Disziplin „Free Solo“ ohne Seil und andere Sicherungsmittel. Haben Sie die Angst bereits komplett überwunden?
Nein – man klettert mit der Angst. Die Angst ist eigentlich die Freundin eines jeden Alpinisten, weil sie aufzeigt, dass man vorsichtig zu Werke gehen muss. Allerdings muss man auch das nötige Selbstvertrauen haben, um auftretende Schwierigkeiten in den Griff zu bekommen. Nur dann lässt sich die Angst soweit kontrollieren, dass ich in mir keine Nervosität oder Panik auslöse. Wenn ich „free solo“ klettere, dann bringe ich dieses Selbstvertrauen mit. Die Angst ruft in mir einen Zustand hervor, durch den sich meine Welt auf die wenigen Quadratzentimeter um den nächsten Klettergriff fokussiert – erst wenn ich diesen Griff in der Hand halte, denke ich über den nächsten Zug nach. Und erst wenn ich am Gipfel stehe, kehrt wieder Normalität ein und ich nehme meine Umwelt wieder als Ganzes wahr.
Sie klettern die schwierigsten Routen der Welt. Warum aber ist die Besteigung der berühmten Achttausender wie K2 oder Mount Everest für Sie kein Thema?
Der Mount Everest zählt nicht zu den schwierigsten Bergen und wird jedes Jahr von Tausenden Menschen bestiegen – dabei hilft die bereitgestellte Logistik enorm viel mit. Die Spuren sind dort schon relativ ausgetreten, die Verhältnisse sind nicht mehr vergleichbar mit jenen, die etwa Reinhold Messner noch 1980 vorgefunden hat. Der K2 hingegen ist schon ein anspruchsvoller Berg und würde auch mich interessieren. Solange ich im Klettern noch topfit bin, will ich aber versuchen, dabei gewisse Ziele zu verwirklichen, bevor ich mich altersbedingt auf das reine Bergsteigen beschränken muss. In etwa fünf Jahren könnte ich mir durchaus vorstellen, den K2 ins Visier zu nehmen.
Welche Herausforderungen warten demnach noch auf Sie?
Ich werde den Fokus immer mehr auf die Besteigung großer Berge legen müssen, weil man im fortschreitenden Alter die Ausdauer weit weniger verliert als die Fähigkeiten im Kletterbereich. Mein Bruder und ich werden dem Klettersport aber definitiv noch lange erhalten bleiben, dafür ist die Leidenschaft nach wie vor zu groß.
Vielen Dank für das Gespräch. |
|
 |
Alexander Huber - free solo, also ohne jegliche Absicherung
|
 |
|
 |
 |
"Eternal Flame" am Trango Tower in Pakistan
|
 |
|
 |
 |
Der Profibergsteiger und Extremkletterer Alexander Huber lebt im bayerischen Traunstein
|
 |
|
|
|
|
 | .jpg) |  | Alexander Huber im Interview |  |
Alexander Huber
kam am 30. Dezember 1968 im bayerischen Trostberg zur Welt. Bereits mit zwölf Jahren stand er auf seinem ersten Viertausender. Gemeinsam mit seinem älteren Bruder Thomas erlangten die Extremkletterer als die „Huberbuam“ Bekanntheit, beide gehören zu den erfolgreichsten Allround-Bergsteigern der Welt. Ihr Dokumentarfilm „Am Limit“ brachte den Huber-Brüdern 2007 den Bayerischen Filmpreis ein. Alexander Huber ist staatlich geprüfter Berg- und Skiführer, Kletterprofi und seit 1997 diplomierter Physiker. 2008 erhielt er den Bayerischen Sportpreis in der Kategorie „Botschafter des bayerischen Sports“. |
|
www.huberbuam.de |
|
Going im Winter |
 |
Schleier Wasserfall Klettern |
 |
|
 |
 |
 |